126 Absolventen verabschiedet

Edertalschule Frankenberg: Abiturienten feiern ihr Open-Air-Abi

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Die Schüler saßen mit Corona-Abstand auf dem Sportplatz der Edertalschule, ihre Eltern dahinter. So konnten alle an der Feier teilnehmen.

Solch ein Bild hat es an der Edertalschule in Frankenberg noch nicht gegeben: Die Abschlussfeier für die Abiturienten fand am Donnerstagabend nicht wie üblich in der Kulturhalle statt, sondern im Freien auf dem Sportplatz. Nur so war es möglich, unter den Corona-Vorschriften alle 126 Schüler zusammen und im Beisein ihrer Eltern zu verabschieden.

Blauer Himmel, 25 Grad, weit auseinander gestellte Stühle: Mit einer sehr schönen Veranstaltung unter Corona-Bedingungen auf dem Sportplatz hat das Frankenberger Gymnasium Edertalschule am Donnerstagabend seine Abiturienten des Jahrgangs 2020 verabschiedet. 126 Schüler erhielten ihre Reifezeugnisse.

Anstatt wie üblich in der Kulturhalle fand die Abschlussfeier unter freiem Himmel statt, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden. Vor vier Wochen war die Schule noch davon ausgegangen, dass es überhaupt keine Abschlussfeier geben könne. „Alle werden sich noch lange an dieses Open-Air-Abi erinnern“, sagte Schulleiter Claus-Hartwig Otto. Der Abiball solle im kommenden Frühjahr nachgeholt werden. „Für die Abiturienten ist dieser Tag ein mit Abstand ganz besonderer Tag. Ich freue mich über die vielen guten Leistungen“, sagte der Schulleiter.

Feierlicher Einzug der Abiturienten: Die Abschlussfeier mit der Zeugnisvergabe fand nicht in der Kulturhalle, sondern auf dem Sportplatz der Edertalschule statt, um wegen der Corona-Vorschriften mehr Menschen die Teilnahme an der Feier zu ermöglichen.

Der Abschied unter dem Abi-Motto „Abios Amigos“ sei gleichzeitig die Schwelle für eine neue Zeit. „In den nächsten Wochen werden etliche Abiturienten bereits in fremde Länder und in Universitätsstädte aufbrechen“, sagte Otto.

Sein Dank galt nicht nur den erfolgreichen Schülern, sondern auch den Eltern: „Sie haben ihre Kinder ermutigt und gestärkt und haben damit einen großen Anteil am Erfolg der Abiturienten.“

„Alle haben sehr viel geleistet“, gratulierte Oberstufenleiterin Melanie Eckstein den frisch gebackenen Abiturienten. Ein Abitur unter Coronabedingungen abzulegen, habe vorher noch nie ein Jahrgang leisten müssen, sagte Eckstein: „Dafür gebührt allen der größte Respekt.“ Der Abi-Jahrgang habe sich vorbildlich durch die Prüfungen bewegt – dafür „Hut ab“. Auch von den Lehrkräften seien die Schüler mit „viel Herzblut und vielen Emotionen“ durch die Prüfungen geführt worden.

Einige der Absolventen seien erst vor wenigen Jahren, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, hierher gekommen und hätten jetzt ein vollständiges Abitur in deutscher Sprache abgelegt, erinnerte Eckstein.

Bestenehrung: Beate Ehlert, Vorsitzende des Schulelternbeirats (links), und Schulleiter Claus-Hartwig Otto (rechts) gratulierten (von links) den besten Abiturienten Luis Herguth (1,3), Alena Stein (1,2) und Laura Bradschetl (1,1).

Wie schon bei ihrer Einschulung in die Edertalschule spielte das Streicherensemble beim festlichen Einzug der Abiturienten die Schulhymne „Pomp and Circumstance“. Weil externe Ehrengäste zu der Feier nicht eingeladen waren, verlas Schulleiter Otto die Grußworte: „Die erfolgreichen Abiturienten haben sich von der Pandemie nicht unterkriegen lassen und unter schwierigsten Bedingungen etwas Großes geleistet. Das kann euch niemand nehmen“, ließ Landrat Kubat ausrichten. Aus der Ferne wünschte Bürgermeister Heß den Absolventen, dass sie auf ihrem weiteren Lebens- und Berufsweg ihrer Heimat verbunden bleiben.

„Statt des Abiballs war die Zeugnisübergabe am Donnerstag für uns der Abschluss, aber eben kein richtiger. Das fühlt sich eher an wie Ferien.“

Laura Bradschetl, Abiturientin aus Burgwald

„Das Ende der Schulzeit markiert nicht das Ende des Lernens“, gratulierte Vorsitzende Beate Ehlert im Namen des Schulelternbeirats. Aber das Lernen werde künftig mehr Selbständigkeit erfordern, sagte sie. Den Absolventen wünschte sie eine Mischung aus Weiterentwicklung und Kontinuität, aus Autonomie und Heimatverbundenheit.

Auf einige „positive und lustige Momente“ in der schwierigen Coronazeit konzentrierten sich die Schülersprecher Leonie Mandel und Felix Paul in ihrer Abschlussrede, für die Tutoren sprach Melanie Eckstein. Beim Finale ließen alle 126 Absolventen Luftballons mit Wünschen in den Himmel steigen, das Orchester spielte dazu Leonard Cohens „Halleluja“.

Abiball musste ausfallen

„Wir hatten eine sehr schön gestaltete Open-Air-Feier mit schönen Reden, Musik vom Orchester und festlicher Stimmung. Es hat nichts gefehlt“, sagte hinterher Laura Bradschetl, die mit 1,1 die beste Abi-Note geschafft hatte. „Wir sind alle sehr dankbar, dass uns so ein schöner Abschluss möglich gemacht wurde.“

Dass aber Abiball, Mottowoche und das weitere geplante Programm wegen Corona ausfallen musste, sei „mega schade“, sagte Bradschetl. „Wir sind echt traurig darüber“, berichtete die 18-Jährige. „Man hatte nie das Gefühl: Jetzt ist es rum! Wenn wir nächstes Jahr unsere Feier nachholen können, wird es anders sein, eher wie ein Treffen. Wir planen schon etwas und hoffen, dass es stattfinden kann. Statt des Abiballs war die Zeugnisübergabe am Donnerstag für uns der Abschluss, aber eben kein richtiger. Das fühlt sich eher an wie Ferien.“

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