Hersteller von Weinfässern interessieren sich brennend für Eichen der Region

Für französische Weinfässer: Nordhessisches Holz zu Rekordpreisen verkauft

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Hochwertiges Eichenholz muss frei von Schäden sein: Axel Viering vom Forstamt Burgwald zeigt einen Fehler an der Eiche. Die Faser im Baumstamm ist verdreht.

Waldeck-Frankenberg. Holz aus Waldeck-Frankenberg und generell aus Nordhessen ist zu Rekordpreisen an Kunden aus Deutschland, Frankreich, Polen, Luxemburg und Österreich verkauft worden.

„Vor allem die Eiche punktete mit Spitzenerlösen“, freut sich Theo Arend von Hessen-Forst in Wolfhagen. Hersteller von Weinfässern hätten sich brennend für das qualitativ hochwertige Eichenholz interessiert.

Bei den 24 Verkaufsaktionen in ganz Deutschland in diesem Jahr wurde auf dem Wertholzplatz bei Jesberg (Schwalm-Eder-Kreis) mit 531 Euro pro Festmetern der bisher höchste Durchschnittspreis erzielt. Im Jahr 2016 waren es 469 Euro.

Auch das Forstamt Vöhl präsentierte Eichenholz zur Herstellung von Fassdauben über die Submission im Forstamt Jesberg. In einem sogenannten Losverzeichnis wird das Holz Kunden angeboten. „Bei dieser Submission haben auch Fassdaubenkunden, meist aus Frankreich, ihr Gebot abgegeben“, erklärt Martin Berthold vom Forstamt Vöhl. „Von den von uns angebotenen 50 Festmetern Eichenwertholz wurden 25 Festmeter von Fassdaubenherstellern erworben. Sie zahlten zwischen 500 und knapp 800 Euro je Festmeter“, sagt Berthold.

Das Forstamt Burgwald hat einen eigenen Lagerplatz für Eichenholz. Seit 2005 kommt ein Stammkunde einer französischen Holzagentur und kauft hochwertiges Eichenholz für Fasshölzer. „Er gibt es dann an Fasshersteller weiter“, erklärt Arno Süssmann vom Forstamt Burgwald. Für Rotwein wird ein Fass übrigens nur einmal verwendet.

„Je nach Stärke des Holzes wird es für 350 bis 700 Euro pro Festmeter verkauft“, sagt der im Burgwald für die Produktion zuständige Axel Viering. Im Schnitt liege der Preis bei 500 Euro pro Festmeter. Der bisher höchste dort gezahlte Betrag waren 668 Euro pro Festmeter.

20 Wertholzplätze in Deutschland 

Ein Großteil der Werthölzer aus Waldeck-Frankenberg wird jeweils zum Ende des Jahres zum Wertholzplatz bei Jesberg (Schwalm-Eder-Kreis) transportiert. Das Forstamt Jesberg verschickt die Sammellisten an die Kunden. Jeder Stamm ist nach Holzart und Festmetern aufgelistet.

Kaufinteressenten geben ihre Angebote ab, am Stichtag werden alle Gebote geöffnet. Jeder Stamm ist mit einer Losnummer versehen. Die Kunden haben vor dem Verkauf die Möglichkeit, die Hölzer in Augenschein zu nehmen. Der Interessent mit dem höchsten Gebot bekommt den Stamm. In Deutschland gibt es etwa 20 Wertholzplätze.

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