Corona-Regeln verbieten wildes Umhertollen - Nur diszipliniertes Schwimmen erlaubt

Einbahn-Regelung im Burgschwimmbad geplant

Kommunalpolitiker stehen auf dem Gelände des Volkmarser Burgschwimmbads, das noch nicht für die Sommersaison geöffnet ist. Stühle und Tische sind kopfüber gelagert. Über der Kugelsburg türmen sich dunkle Wolken.
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Ortstermin der städtischen Ausschüsse im Burgschwimmbad in Volkmarsen: Die Stadtverordneten drängen den Magistrat dazu, alles für die Öffnung des Bades im Sommer vorzubereiten. Dazu müssen Vorkehrungen zur Einhaltung der Corona-Hygieneregeln getroffen werden.

Das schicke Burgschwimmbad mit seinen blitzblanken Edelstahlbecken soll nach einjähriger Pause im Sommer wieder für Badegäste, Familien mit Kindern geöffnet werden.

Volkmarsen - Das ist das Anliegen der neu gewählten Stadtverordneten, die sich am Dienstagabend bei einem Ortstermin unterhalb der Kugelsburg trafen. Sie alle erinnern sich nur zu gut an die vielen verärgerten Bürger, die im vergangenen Sommer nicht verstehen konnten, warum die beiden schicken Freibäder in Volkmarsen und Ehringen trotz niedriger Corona-Infektionszahlen geschlossen blieben.

„Das soll sich in diesem Sommer nicht wiederholen“, haben CDU und FWG sogar in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. Auch deshalb führte der erste gemeinsame Ortstermin der neuen Parlamentsausschüsse auch gleich ins Burgschwimmbad.

Qualifiziertes Aufsichtspersonal ist rar

„Bis Ende Mai dürfen in Hessen sowieso keine Freibäder öffnen“, berichtete Bürgermeister Hartmut Linnekugel und verwies auf eine entsprechende Landesverordnung. Für die Zeit danach hat der Magistrat aber schon vorgesorgt: Die Becken wurden gereinigt und mit frischem Wasser befüllt. Die Kioskbetreiber stehen Gewehr bei Fuß und es gibt auch schon ein Hygienekonzept.

Probleme dürfte es allerdings mit der Bereitstellung des benötigten Aufsichtspersonals geben. DLRG-Vorsitzender Klaus Kramer berichtete, dass viele der jungen Rettungsschwimmer, die im vergangenen Jahr vergeblich auf einen Einsatz als Schwimmaufsicht gewartet hätten, in diesem Sommer nicht mehr bereitstünden: „Die haben sich umorientiert und sich sichere Ferienjobs gesucht.“ DLRG-Koordinatorin Nicola Horsthemke ergänzte, dass man die Fühler bis nach Ostwestfalen ausgestreckt habe. Ausgebildete Rettungsschwimmer seien rar. Deshalb sei sie bereit, kurzfristig neue Badeaufsichten auszubilden. Wer sportlich fit sei und schwimmen könne, schaffe die Prüfung nach kurzer Vorbereitung.

Riesenrutsche und Sprungturm müssten gesperrt bleiben

Ebenso würden aber auch Aufsichten zur Einhaltung der Corona-Abstandsregeln benötigt. Im Hygienekonzept des Magistrats ist nämlich auch die klare Trennung von Ein- und Ausgang geregelt. Das Schwimmbecken selbst ist nur noch zum Schwimmen, nicht aber zum Spielen und Toben zugelassen. Dazu werden die Zugänge zur Riesenrutsche und zum Drei-Meter-Sprungturm gesperrt. Die reine Wasserfläche kann dann für maximal 70 Schwimmer freigegeben werden, wenn die sich an eine Einbahn-Schwimm-Regelung halten. Dazu wird das Becken mit seinen derzeit vier Bahnen halbiert. Auf jeder Hälfte gibt es dann eine Doppelbahn, die ausschließlich für das Schwimmen hin und zurück vorgesehen ist.

Diese Regeln müssen den Badegästen vermittelt und deren Einhaltung kontrolliert werden. „Wir müssen den Leuten klar sagen, dass dies kein Spaßbad ist, wo man rumtoben kann“, fasste der CDU-Stadtverordnete Martin Schmand zusammen.

FWG-Fraktionsvorsitzender Klaus Teppe formulierte diplomatischer: „Wir wollen alles tun, damit wir das Bad unseren Bürgern zur Verfügung stellen können.“ Das gehe in Zeiten der Pandemie nur, wenn alle mitmachten.

Freibad in Ehringen könnte ebenfalls öffnen

Die FWG-Stadtverordnete Ute Moldenhauer ergänzte: „Wir sollten an die sportlichen Volkmarser appellieren, sich von der DLRG Rettungsschwimmern ausbilden zu lassen.“

Der Ehringer SPD-Stadtverordnete Niklas Keim formulierte daraufhin einen Antrag, mit dem der Magistrat beauftragt wird, bis Ende Mai ein praktikables Konzept zur Schwimmbadöffnung vorzulegen. Wenn das Volkmarser Bad geöffnet sei, könne der Schwimmbadverein in Ehringen auch sein kleineres Bad öffnen. Das Ehringer Bad sei nämlich nicht in der Lage, auch den Ansturm aus Volkmarsen zu stemmen. (Elmar Schulten)

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