„Click and Collect“: Läden bieten Abholservice an

Einkaufen trotz Lockdown: Einzelhändler in Korbach zeigen sich ideenreich

Drive-In für Mode in Korbach: (von links) Jana-Lisa Ueberson vom Modehaus Manhenke und ihre Mitarbeiterinnen Madlin Hank und Laura Hofmann.
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Drive-In für Mode in Korbach: (von links) Jana-Lisa Ueberson vom Modehaus Manhenke und ihre Mitarbeiterinnen Madlin Hank und Laura Hofmann.

Aus der Krise eine Chance gemacht? Corona bewegt Händler zu innovativen Lösungen. Das Modehaus Manhenke in Korbach reagiert mit einem „Drive-In“ auf den neuerlichen Lockdown.

Korbach – „Bei unseren Kunden kommt die Idee gut an, wir haben viel positive Resonanz bekommen“, sagt Jana-Lisa Ueberson von Manhenke. Auf dem Parkplatz am Nordwall hat das Modehaus einen Bauwagen aufgestellt und weihnachtlich dekoriert. So funktioniert der „Drive-In“ für Bekleidung: Kunden bestellen telefonisch oder im Internet ihre Waren, fahren zwischen 11 und 15 Uhr im „Drive-In“ mit ihrem Auto vor und erhalten ein fertig gepacktes Paket durch das Fenster gereicht. „Wie bei McDonalds, nur schöner“, lacht Jana-Lisa Ueberson. Auch Gutscheine verkauft Manhenke im Bauwagen.

Die Zauberworte heißen Bestellen und Abholen – oder auf Englisch: „Click and Collect“. Etliche Einzelhändler nutzen die Möglichkeit, um auch im Lockdown noch etwas vom Weihnachtsgeschäft abzubekommen. Grundsätzlich gilt in Hessen: Die Abholung bestellter Waren durch Kunden ist zulässig, wenn sie unter Beachtung von Schutzmaßnahmen vor Infektionen kontaktfrei erfolgen kann. Bayern und Baden-Württemberg haben hingegen die Abholdienste verboten.

Ladenschließungen, schrittweise Öffnungen und jetzt wieder ein Lockdown: Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verlangen in diesem Jahr besonders dem stationären Einzelhandel viel Flexibilität ab. „Click and Collect kann ein wichtiger Beitrag für viele Händler sein, besser durch diese Krise zu kommen“, sagte Stefan Hertel, Sprecher des Handelsverbands Deutschland, am Montag der Deutschen Presseagentur.

Das sieht auch Jana-Lisa Ueberson vom Modehaus Manhenke so: „Für uns ist es wichtig, auch im Lockdown im Kontakt mit unseren Kunden zu bleiben. Und wir möchten ein positives Zeichen in dieser Zeit setzen.“

Babymarkt und Kinderwelt offen, Fahrradladen zu

Es sind die kleinen Unterschiede in den Verordnungen, die Robert Kettschau ein wenig positiver dreinschauen lassen, wenn er auf seinen Geschäftsbetrieb blickt. „Weil wir ein traditioneller Babymarkt sind, dürfen wir unsere Kinderwelt trotz des momentanen Lockdowns ebenfalls offen lassen“, sagt der Geschäftsführer von Picco und Pedalo in Korbach. Neben seinem umfangreichen Angebot an Artikeln rund um die Baby-Erstausstattung dürfe er deshalb auch weiterhin das gesamte Sortiment an Kinderspielzeug anbieten.

Anders sieht es hingegen im angrenzenden Fahrradladen aus. „Dort dürfen wir momentan leider nur den Werkstatt-Betrieb und den Verkauf von Fahrrad-Ersatzteilen zulassen. Alles andere – also der Verkauf von Rädern, Helmen und Kleidung – ist uns untersagt.“ Allerdings könnten Kunden jederzeit im Laden anrufen und sich telefonisch beraten lassen. Wer dann beispielsweise ein Fahrrad oder einen Helm haben möchte, könne die Ware kontaktlos am Eingang des Geschäfts abholen.“

Ausnahmen für Gewerbetreibende: Baumärkte bleiben für die meisten aber geschlossen

Anders als im ersten Lockdown im Frühjahr dieses Jahres müssen seit Mittwoch auch die Baumärkte schließen. Allerdings ist in der Verordnung des Landes Hessen klar geregelt, dass sich Gewerbetreibende wie zum Beispiel Handwerksbetriebe weiterhin ihre notwendigen Materialien dort holen dürfen.

„Notwendig ist die Vorlage des Gewerbescheins am Eingang unserer Märkte. Anschließend kann dann der Einkauf unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen stattfinden“, erläutert Florian Kramm, Geschäftsführer der Rheika-Delta Warenhandelsgesellschaft mbH in Melsungen, zu der auch der Herkules Bau- und Gartenmarkt in Korbach gehört. Weiter sagt er: „Weil die Gewerbetreibenden in aller Regel auch nicht in den Abendstunden einkaufen, haben wir entsprechend die Öffnungszeiten angepasst – diese gehen im Moment nur von 8 bis 17 Uhr unter der Woche und am Samstag von 8 bis 13 Uhr.“

Kramm weist zudem darauf hin, dass ein Verkauf mit Abholung eingeschränkt möglich sei – auch für Nicht-Gewerbetreibende. „Wenn im Markt jemand anruft, der beispielsweise einen Eimer Farbe, Schrauben oder das eine oder andere wichtige Teil haben möchte, bekommen wir das schon hin. Das kann dann abgeholt werden. Wenn aber jemand sein Badezimmer komplett neu ausstatten und daher eine Beratung möchte, geht das aktuell leider nicht.“

Der Geschäftsführer betont, dass der Lockdown eine große, wirtschaftliche Herausforderung für die Branche sei. „Uns kommt natürlich zugute, dass wir hauptsächlich Lebensmittelmärkte betreiben und diese weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Aber für viele andere Unternehmen, die sich ausschließlich auf den Betrieb von Bau- und Gartenmärkten spezialisiert haben oder generell für kleine Betriebe aus diesem Segment ist der momentane Lockdown schwer zu verkraften.“

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