Feuerwehren im Kreis Waldeck-Frankenberg sind immer stärker belastet

Waldeck-Frankenberg. Die Einsatzzahlen für die freiwilligen Feuerwehren gehen vielerorts im Kreis nach oben, die Zahlen der Mitglieder dagegen sinken oft. Die Wehren der Gemeinde Vöhl mussten 2016 beispielsweise im Schnitt alle 2,5 Tage ausrücken.

„Das ist für alle die oberste Belastungsgrenze gewesen“, sagt Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk.

In Bad Wildungen sei die Zahl der Mitglieder noch ausreichend, berichtet Stadtbrandinspektor Ralf Blümer. Allerdings: „Aufgrund der Altersstruktur muss etwas passieren, um das Level zu halten.“ Etwas mehr als 300 Einsätze hatten die Wildunger Wehren im vergangenen Jahr. „Das sind sehr viele, aber die Kameraden sind sehr belastbar.“ Ralf Blümer ist jedoch sicher: „In Zukunft werden weniger Einsatzkräfte mehr leisten müssen.“ 

Einen generellen Anstieg bei den Einsatzzahlen hat Martin Trost beobachtet, Stadtbrandinspektor in Frankenberg. 2016 sei dennoch ein eher ruhiges Jahr gewesen. Die Mitgliederentwicklung sei dort gut, wo viele Ausbildungsmöglichkeiten geboten würden. Die Ausbildung werde anspruchsvoller und damit auch zeitaufwendiger. „Die Belastung für die Einsatzkräfte insgesamt ist da, aber kritisch ist es noch nicht“, sagt Trost. Karl-Heinz Meyer, Stadtbrandinspektor in Bad Arolsen, sieht das ähnlich. „Wir haben Einsatzkräfte, die willens sind, und können alles abarbeiten.“ 164-mal mussten die Arolser Wehren 2016 ausrücken. Das sei gut zu schaffen, dazu gehöre aber auch viel Engagement, auch von Seiten der Leitung, die interessante Ausbildungen und ein gutes Umfeld bieten müsse, um zu motivieren. Das Einsatzspektrum habe sich vergrößert, sagt Meyer. Beispielsweise durch den Bau von Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Insgesamt sei die Belastung noch „im Bereich des Erträglichen.“

4651 Personen sind aktiv

In Waldeck-Frankenberg gibt es keine Berufsfeuerwehren, diese gibt es erst in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern. Alle Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz werden ehrenamtlich wahrgenommen. 176 Einsatzabteilungen mit 4651 Aktiven gab es Ende 2016 im Landkreis. 2011 hatte die Zahl der aktiven Feuerwehrleute den höchsten Stand seit Jahren erreicht, damals waren es 4836 Frauen und Männer. Die Einsatzkräfte rückten im vergangenen Jahr zu 1618 Einsätzen aus, 2015 waren es 1716. 2011 gab es nicht nur die meisten Mitglieder der vergangenen Jahre, sondern auch die meisten Einsätze: 1781 wurden gezählt.

Rubriklistenbild: © dpa

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