1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Waldeck-Frankenberg Schlusslicht in Hessen bei Abgabe der Grundsteuererklärung

Erstellt:

Kommentare

Die Grundsteuer muss neu berechnet werden: Aber viele Eigentümer tun sich mit der elektronischen Abgabe über das Steuerportal Elster schwer – trotz vieler Hilfsangebote der Finanzämter und Verwaltungen.
Die Grundsteuer muss neu berechnet werden: Aber viele Eigentümer tun sich mit der elektronischen Abgabe über das Steuerportal Elster schwer – trotz vieler Hilfsangebote der Finanzämter und Verwaltungen. © Symbolbild: Imago/Rolf Kosecki

Am 31. Januar läuft die Frist zur Abgabe der Grundsteuererklärung endgültig ab. Eine weitere Verlängerung werde es, so Alina Oehlerking von der Oberfinanzdirektion Frankfurt, nicht geben. „Nun sollte jeder Bürgerin und jedem Bürger ausreichend Zeit eingeräumt sein, die nach hessischem Modell verhältnismäßig einfache Abgabe der Erklärung zum Grundsteuermessbetrag fristgemäß zu erledigen“.

Waldeck-Frankenberg – Die Grundbesitzer im Landkreis tun sich offensichtlich mit der Abgabe der Grundsteuererklärung etwas schwerer als in anderen Regionen. Noch immer wartet das Finanzamt Korbach-Frankenberg auf die Angaben von mehr als der Hälfte aller Steuerpflichtigen. Das mag, meint Jürgen Roßberg, Präsident der Oberfinanzdirektion Frankfurt, „daran liegen, dass vielen die elektronische Abgabe über das Steuerportal Elster trotz vieler Hilfsangebote der Finanzämter und Verwaltungen zu kompliziert erscheint.“ Andererseits kenne man in den Finanzämtern das Verhalten in vielen Frist-Angelegenheiten. „Viele Menschen geben ihre Erklärung erst ab, wenn das Ende der Frist unübersehbar ist.“ So sei der Erklärungseingang im Oktober 2022 spürbar angezogen. Der Höchstwert lag bei 110 000 Eingängen pro Woche in Hessen. Mit Bekanntgabe der Fristverlängerung gingen die Eingänge dann auf 25 000 zurück. „Wir brauchen und rechnen mit einem deutlichen Anstieg jetzt. Die Hessische Steuerverwaltung und natürlich auch das Finanzamt Korbach-Frankenberg sind gut darauf vorbereitet.“

Eindeutig ist die Vorgabe aller Finanzämter: Die Abgabe über das Elster-Portal ist technisch auch über das Fristende hinaus noch möglich, ändert aber an der offiziellen Frist nichts.

Wer die Abgabefrist verstreichen lässt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Wie hoch dieser Zuschlag sein wird, hängt vor allem von der Dauer der Fristüberschreitung ab. Jeder angefangene Verspätungsmonat kostet 25 Euro.

Wird die Steuererklärung gar nicht abgegeben oder dauert die Fristüberschreitung zu lange, kann das Finanzamt darüber hinaus die Besteuerungsgrundlagen schätzen. Wer seine Grundsteuererklärung dagegen frühzeitig eingereicht hat, könnte sogar schon einen schriftlichen Bescheid bekommen haben. Wie hoch die Grundsteuer allerdings am Ende sein wird, steht dort nicht. Das entscheidet mit der Festsetzung des Hebesatzes allein die verantwortliche Kommune.

Leicht wird es für die Finanzbehörden in den kommenden drei Jahren sicher nicht. Eine Online-Petition gegen die neue Grundsteuer läuft bereits und vereinzelte Klagen sind eingereicht.

Der erfolgreiche Abschluss der größten Steuerreform der Nachkriegsgeschichte ist aber im Augenblick vor allem von dem Abgabeverhalten der Bürgerinnen und Bürger abhängig. „Bei allein in Hessen rund 2,8 Millionen abzugebenden und zu bearbeitenden Erklärungen, benötigen wir Zeit, da sich die Neuberechnung für alle Grundstücke in mehreren Schritten bis hin zu der Erteilung der Steuerbescheide durch die Kommunen vollzieht“, erklärt Hessens Finanzminister Michael Boddenberg: „Ich bitte daher alle, durch eine fristgerechte Abgabe der Erklärung zum Gelingen beizutragen.“

Von Barbara Liese

Auch interessant

Kommentare