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Energiekrise: Kommunen in Waldeck-Frankenberg reduzieren Weihnachtsbeleuchtung

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Von: Jörg Paulus

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Weihnachtsbeleuchtung Bahnhofstraße Frankenberg
Die Frankenberger Bahnhofstraße und die Fußgängerzone werden auch in diesem Jahr weihnachtlich beleuchtet, allerdings deutlich reduziert. © Paulus, Jörg

Wegen der aktuellen Energiekrise reduzieren die Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg in diesem Jahr ihre Weihnachtsbeleuchtung.

Waldeck-Frankenberg –Das heißt: Es gibt weniger Leuchtsterne, Lichterketten und beleuchtete Weihnachtsbäume und sie brennen in einem kürzeren Zeitraum. Ganz darauf verzichten wollen die Kommunen aber nicht, wie unsere Nachfrage in den Mittelzentren in Waldeck-Frankenberg zeigt.

Vor dem Hintergrund der Energiekrise und dem Krieg in der Ukraine habe vieles für einen Verzicht auf die Weihnachtsbeleuchtung gesprochen, sagt Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. Letztlich habe man aber auch die Interessen der durch die Corona-Krise bereits stark belasteten Einzelhändler dagegen abgewogen.

„Die festliche Beleuchtung ist ein wichtiges Instrument der Innenstadtbelebung und somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den lokalen Handel und die Gastronomie“, begrüßt der Vorsitzende der Korbacher Hanse, Jürgen Tent, die Entscheidung des Magistrats. „Insbesondere nach zwei herausfordernden Corona-Jahren würde der Verzicht auf die Weihnachtsbeleuchtung für unsere Stadt Frequenzverlust bedeuten“, so der Chef der Korbacher Kaufleute.

Ein Argument der Kommunen für die Weihnachtsbeleuchtung: Viele Städte und Gemeinden haben ihre Weihnachtsbeleuchtung in den vergangenen Jahren bereits auf stromsparende LED-Technik umgerüstet. „Damit leistet die moderne Weihnachtsbeleuchtung einen großen Beitrag zur Energieeffizienz, denn die LED-Technik bringt circa 80 Prozent Stromersparnis gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln“, teilte die Stadt Korbach mit. 

Weihnachtsbeleuchtung in Korbach: Unser Bild entstand 2019 bei der Installation einer Lichterkette in der Stechbahn, im Hintergrund der Rathausturm.
Weihnachtsbeleuchtung in Korbach: Unser Bild entstand 2019 bei der Installation einer Lichterkette in der Stechbahn, im Hintergrund der Rathausturm. © Benseler, Lutz

Frankenberg reduziert Weihnachtsbeleuchtung deutlich

Obwohl die städtische Weihnachtsbeleuchtung in Frankenberg in den vergangenen Jahren komplett auf stromsparende LED umgestellt wurde, hat die Stadt gemeinsam mit den Frankenberger Kaufleuten entschieden, die Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr deutlich zu reduzieren. „Die zeitliche und räumliche Reduktion soll dazu beitragen, den Energieverbrauch entscheidend zu senken“, teilte Pressesprecher Florian Held mit.

Ganz auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten, sei nicht in Frage gekommen: „Wir brauchen das Licht in der Dunkelheit“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß.  „Gerade in der dunklen Jahreszeit hat es auch einen psychologischen Effekt und speziell im christlichen Sinne hat das Licht eine große Bedeutung für die Advents- und Weihnachtszeit.“ Die Weihnachtsbeleuchtung trage erheblich zur festlichen Stimmung bei und gehöre für die meisten Menschen dazu.

Die Stadt Bad Wildungen reduziert den Lichterglanz in der Weihnachtszeit deutlich. Nur der große Weihnachtsbaum gegenüber dem Rathaus wird noch mit einer Lichterkette dekoriert, alle anderen von der Stadt aufgestellten Weihnachtsbäume tragen Festschmuck, aber keine Lichterkerzen.

Die gewohnte Weihnachtsbeleuchtung – Sterne in der Altstadt und auf der Brunnenallee – wird täglich nur noch von 17 bis 22 Uhr eingeschaltet. Auch der Beleuchtungszeitraum ist wesentlich kürzer: Bisher erstrahlte Wildungen bis Ende Januar im Lichterglanz, als Reaktion auf die Energiekrise diesmal nur noch bis Neujahr.

Willingen: Entscheidung über Weihnachtsbeleuchtung noch nicht gefallen

Darüber, ob in Willingen die Adventsbeleuchtung angebracht wird oder nicht, ist noch keine Entscheidung gefallen, erklärt Bürgermeister Thomas Trachte. Die Gemeinde sei unentschlossen, weil sie vor einem Zwiespalt stehe: Einerseits werde zu Recht verlangt, Energie zu sparen – die komplett auf LED-Lampen umgestellte Weihnachtsbeleuchtung falle zwar kaum ins Gewicht, aber es gehe um den Vorbildcharakter. Andererseits sei die Stimmung ohnehin gedrückt: „Im wahrsten Sinne des Wortes brauchen die Menschen einen Lichtblick“, hält Trachte fest.

Auch Battenberg setzt bei der Weihnachtsbeleuchtung auf LEDs: „Es kommen neue Leuchtmittel zum Einsatz, die nur etwa zehn Prozent der bisher bei der Beleuchtung benötigten Energie verbrauchen sollen“, sagt Klein. Am Alten Rathaus werde der Baum nicht beleuchtet, die Lichterkette im Giebel werde mit Unterstützung des Ortsbeirates durch eine energieeffiziente Lichterkette ersetzt. Am und im Rathaus werde ebenfalls auf die traditionellen Weihnachtsbäume verzichtet.

„Von der Weihnachtsbeleuchtung abgesehen, werden auch künftig die Straßenbeleuchtungszeiten reduziert“, ergänzt der Bürgermeister. „Die Neuburg wird bereits seit einigen Wochen nicht mehr angestrahlt. Auch am Bärenbad wurde Beleuchtung reduziert.“

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