Mehrere Fälle in Korbach

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche: Enkeltrick per „WhatsApp“

Beim Enkeltrick gaukeln Betrüger ihren Opfern am Telefon vor, ein naher Verwandter zu sein. In der aktuellen Variante melden sie sich per „WhatsApp“.
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Beim Enkeltrick gaukeln Betrüger ihren Opfern am Telefon vor, ein naher Verwandter zu sein. In der aktuellen Variante melden sie sich per „WhatsApp“.

Mit einer neuen Variante des Enkeltricks versuchen derzeit Betrüger bei überwiegend älteren Menschen Kasse zu machen.

Waldeck-Frankenberg – Die Betrüger kontaktieren ihre Opfer dabei über den Messenger-Dienst „WhatsApp“, berichtet die Polizei. Dieses aktuelle Phänomen kam jetzt in Waldeck-Frankenberg schon mehrfach vor: Die Täter geben sich über „WhatsApp“ als nahe Verwandte aus und versuchen, die Opfer zu Geldüberweisungen zu bewegen.

In drei Fällen waren Korbacher betroffen. Ein Betrüger meldete sich mit einer Textnachricht bei einer 72-jährigen Frau aus Korbach. Er schrieb ihr „Hallo Mama. Mein Handy ist kaputt und das ist meine neue Nummer. Schreib mir sobald du das gelesen hast“. Nachdem die Frau geantwortet hatte, fragte der angebliche Sohn, ob sie etwas Zeit habe und etwas für ihn tun könne.

Anschließend schilderte er, dass er einige offene Rechnungen habe und fragte, ob sie das für ihn bezahlen könne: fast 5000 Euro per Echtzeit-Überweisung.

Nun wurde die Frau stutzig. Sie antwortete nur noch, dass sie das nicht tun könne, er solle sich telefonisch melden. Dies tat der Betrüger nicht. Die Frau erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei.

Frau überwies mehrere hundert Euro

Eine 63-Jährige Korbacherin erhielt „WhatsApp“-Nachrichten ihrer angeblichen Tochter, in denen auch von einem defekten Handy und einer neuen Handynummer geschrieben wurde.

Auch hier gab der Betrüger vor, einen finanziellen Engpass zu haben und bat um Sofortüberweisung von über 3000 Euro. Die 63-Jährige glaubte, dass sie tatsächlich Kontakt mit ihrer Tochter hatte und überwies mehrere hundert Euro auf das angegebene Konto. Erst nachdem sie Kontakt mit ihrer „echten“ Tochter hatte, wurde ihr bewusst, dass sie auf Betrüger hereingefallen war.

57-Jährige überwies 2000 Euro

Ähnlich war es bei einer 57-jährigen Korbacherin. Auch ihr schrieb der Betrüger, dass er die Tochter sei und eine neue Handynummer habe. Die angebliche Tochter klagte darüber, dass ihr Handy kaputt sei und sie daher nicht an ihre Bank-App komme. Bis zu einer bestimmten Uhrzeit müssten zwei offene Rechnungen überwiesen werden.

Daher überwies die 57-Jährige 2000 Euro auf das genannte Konto. Erst danach rief sie ihre Tochter auf deren Festnetznummer an. Dabei wurde klar, dass sie Opfer von Betrügern geworden war. (red/srs)

Tipps der Polizei:

  • Wenn Sie von Ihnen bekannten Personen unter einer unbekannten Nummer kontaktiert werden, speichern Sie die Nummer nicht automatisch ab.
  • Fragen Sie bei der Ihnen bekannten Person unter der alten Nummer nach.
  • Seien Sie misstrauisch gegenüber Geldforderungen, egal, ob per Post, per E-Mail, Telefon oder über Messenger-Dienste wie WhatsApp.
  • Achten Sie auf die Sicherheitseinstellungen Ihrer Nachrichtendienste.
  • Informieren Sie Ihre älteren Angehörigen über die Betrugsmaschen.

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