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Autor Stephan Thome neuer Schirmherr des Festivals Literarischer Frühling in Waldeck-Frankenberg

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Von: Martina Biedenbach

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Stephan Thome: Mit seinem Roman „Grenzgang“ von 2009 wurden er und seine Heimatstadt Biedenkopf bekannt. Foto. Privat
Stephan Thome: Mit seinem Roman „Grenzgang“ von 2009 wurden er und seine Heimatstadt Biedenkopf bekannt. © nh

Als Stephan Thome im Herbst 2009 mit dem Roman „Grenzgang“ zum ersten Mal die große Bühne der deutschen Literatur betrat, da staunten die Kritiker. Von einem „reifen Debüt“ sprach der „Spiegel“, die FAZ entsandte eine Redakteurin zur Buchvorstellung nach Biedenkopf. Das mittelhessische Städtchen ist nämlich nicht nur der Geburtsort des Autors, sondern auch der Schauplatz des Romans.

Waldeck-Frankenberg – Mit seinem Grenzgang, einem alle sieben Jahre abgehaltenen Volksfest, wurde Biedenkopf eine literarische Berühmtheit, und Stephan Thome gilt seither als einer der wichtigsten jungen Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Die Veranstalter des „Literarischen Frühlings in der Heimat der Brüder Grimm“ sind deshalb „zutiefst dankbar und beglückt“, dass Stephan Thome sich bereit erklärt hat, vom Frühjahr 2023 an die Schirmherrschaft über dieses Literaturfestival zu übernehmen. Wie die Festival-Leiterin und Journalistin Christiane Kohl mitteilte, tritt der Autor in diesem Ehrenamt die Nachfolge von Friedrich Christian Delius an, der am 30. Mai dieses Jahres in Berlin im Alter von 79 Jahren verstorben war.

Thome, von Haus aus Sinologe und Philosoph, lebt seit einigen Jahren in Taiwan und ist mit einer Taiwanerin verheiratet. Beim Literarischen Frühling 2023 wird er am Samstag, 25. März, in Frankenberg die Eröffnungsveranstaltung bestreiten und dort seinen jüngsten Roman „Pflaumenregen“ vorstellen. Darin schildert er am Beispiel eines Mädchens und seiner Familie über mehrere Generationen hinweg die jüngere Geschichte der Insel Taiwan, die wegen der massiven Annexionsdrohungen ihres großen Nachbarn China derzeit einen der großen Krisenherde der Welt darstellt.

„Stephan Thome ist ein Autor, der nach seinem spektakulären Debüt mit ‚Grenzgang’ sehr schnell in die erste Garde der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aufgestiegen ist, und er hat auch mit seinen weiteren Werken eine breite Anerkennung gefunden“, erklärte Christiane Kohl. „Wir schätzen uns glücklich, dass er unser Angebot der Schirmherrschaft angenommen hat. Wie der verstorbene Friedrich Christian Delius, der in Korbach aufgewachsen war, verbindet er höchste literarische Qualität mit dem für uns sehr sympathischen Umstand, dass er aus unserer hessischen Heimatregion stammt und gleichwohl in der Welt zuhause ist.“

F. C. Delius hatte gemeinsam mit dem Schauspieler Mario Adorf die Schirmherrschaft seit der Gründung des „Literarischen Frühlings in der Heimat der Brüder Grimm“ im Jahre 2012 inne. Mario Adorf hatte diese Funktion schon im Frühjahr dieses Jahres aus Altersgründen niedergelegt und an seine Berufskollegin Iris Berben übergeben. Stephan Thome nimmt nun den Platz von F. C. Delius ein. „Für mich ist das eine Ehre und ein Vergnügen“, sagte er. „Der Literarische Frühling gehört zu den charmantesten Literaturfestivals in Deutschland und ist bei Autorinnen und Autoren ebenso beliebt wie beim Publikum.“

Der heute 50-jährige Autor hatte nach Abitur und Zivildienst Sinologie, Philosophie und Religionswissenschaft studiert und dabei auch China, Taiwan und Japan bereist. Von 2005 bis 2011 hatte er bereits in Taipeh gelebt und über die konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts geforscht, später verbrachte er lange Zeit auch in Portugal. Für seine weiteren Werke erhielt er durchwegs ausgezeichnete Kritiken. Der 2012 veröffentlichte Gesellschaftsroman „Fliehkräfte“ über ein Paar mittleren Alters und das Buch „Gott der Barbaren“ von 2018 über einen christlichen Bauernaufstand im China des 19. Jahrhunderts kamen ebenso wie „Grenzgang“ auf die Shortlist des deutschen Buchpreises. Mit „Fliehkräfte“ war er schon 2013 beim „Literarischen Frühling“ zu Gast.

Nächstes Festival vom 24. März bis 2. April

Das Festival Literarischer Frühling findet im kommenden Jahr vom Freitag, 24. März, bis Sonntag, 2. April, statt und bietet wiederum ein breites Panorama unterschiedlichster Themen an. Das Programm setzt angesichts aktueller Zuspitzungen wie des Ukraine-Kriegs, der Klima-Katastrophe und des ökonomischen Umbruchs den Akzent auf gesellschaftliche und politische Herausforderungen und steht unter dem Motto „Zeit läuft!“. Einzelheiten wollen die Organisatoren in den ersten Dezembertagen bekannt gegeben. Interessenten können unter kontakt@literarischer-fruehling.de den Newsletter des Festivals abonnieren. literarischer-fruehling.de

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