HNA-Serie „Was wurde aus...?“

Frankenberger Fahrrad-Enthusiast Michael Imhof will den Ötztaler Radmarathon schaffen

Auf dem „Smart-Trainer“: Der Frankenberger Michael Imhof (58) bereitet sich auf den legendären „Ötztaler Radmarathon“vor.
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Auf dem „Smart-Trainer“: Der Frankenberger Michael Imhof (58) bereitet sich auf den legendären „Ötztaler Radmarathon“vor.

„Was wurde aus ...?“ heißt unsere Serie zum Jahresrückblick, in der wir erzählen, was aus besonderen Themen und Menschen des Jahres geworden ist. Heute geht es um den Rad-Enthusiasten Michael Imhof aus Frankenberg.

Frankenberg – Michael Imhof aus Frankenberg hatte etwas ganz Besonderes geschafft: Er hat alle 199 Orte in Waldeck-Frankenberg beradelt. Anderthalb Jahre hatte sich der Rad-Enthusiast dafür Zeit gelassen. Titel: „Ortsschild-Challenge Waldeck-Frankenberg.“ In jedem Ort wurde ein entsprechendes Foto als Beleg gemacht. Imhof hatte während seiner Tour viel Neuland entdeckt: malerische Orte, tolle Radstrecken, traumhafte Aussichten und nette Menschen.

Die Reaktion auf die HNA-Berichterstattung zur „Ortsschild-Challenge“ war positiv. Imhof: „Viele Freunde und Arbeitskollegen haben mich darauf angesprochen, weil sie die Aktion klasse fanden.“ Den einen oder anderen habe es sogar inspiriert, sein verwaistes Fahrrad zu entstauben und mal wieder eine Runde zu drehen.

Schließlich stellte sich die Frage, welche radsportliche Höchstleistung für den Fahrrad-Enthusiasten Imhof wohl als nächste kommt: Vielleicht den nächsten Landkreis komplett abklappern? „Nein, das wäre zu langweilig und würde mich überhaupt nicht reizen“, erteilte der 58-Jährige quasi einer Wiederholung eine Absage.

So verlief die „Ortsschild-Challenge Waldeck-Frankenberg“: In jedem Ort wurde ein entsprechendes Foto als Beleg gemacht. So wie hier am Ortsausgang von Diemelsee-Flechtdorf.

Vielmehr hatte er Lust auf einen sportlichen Tapetenwechsel. Da er bereits einige Marathons gelaufen war und auch einen Ironman erfolgreich beendet hatte, „war ich zuversichtlich, läuferisch wieder schnell in Form zu kommen. Doch da hatte ich mich beziehungsweise meine körperliche Verfassung wohl überschätzt und mir gut bekannte Regeln für einen Neueinstieg ignoriert“. Die Folge: Verletzung, zweimonatige Pause, fehlende Motivation ohne ein konkretes Ziel. Die Laufschuhe kamen wieder an den Nagel.

Michael Imhof wäre aber nicht Michael Imhof, wenn er nicht doch wieder ein außergewöhnliches sportliches Ziel für sich entdecken würde. Er hat: Es geht wieder aufs Rad, und zwar zum legendären „Ötztaler Radmarathon“ am 29. August 2021. Er gilt als anspruchsvollster Radmarathon der Alpen.

4000 Rennradfahrer werden daran teilnehmen. Der Rundkurs führt auf 238 Kilometern von Sölden über vier Alpenpässe nach Südtirol und wieder retour. Unglaubliche 5500 Höhenmeter wollen die Teilnehmer meistern.

Michael Imhof: „Eigentlich sind Veranstaltungen mit so großen Teilnehmerzahlen wie beim ,Ötztaler‘ nicht mehr mein Ding, aber er übt wegen der vier Alpenpässe einen besonderen Reiz auf mich aus, weil ich noch nie einen Pass in den Alpen hochgeklettert bin. Mein längster Pass bisher war die Auffahrt zum großen Feldberg im Taunus mit 14 Kilometern und 700 Höhenmetern.“

Seit zwei Monaten trainiert Imhof nun für den „Ötztaler“, hauptsächlich lockere und kurze Grundlagen-Einheiten auf dem Rad (draußen und drinnen auf dem Rollentrainer) sowie Krafttraining im eigenen Fitnessraum.

Nach seinen Angaben gelangen die schnellsten Teilnehmer in einer Rekordzeit von etwas mehr als sieben Stunden ins Ziel. Der 58-Jährige hat kein ambitioniertes Zeitziel, möchte nur ankommen – allerdings auch nicht als Letzter: „Eine Zeit um die zwölf Stunden wäre super.“

(Von Klaus Jungheim)

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