Erinnerung an 1982: Proteste gegen Atommüll-Anlage in Frankenberg

Unüberhörbarer Protest: Drei Tage nach Bekanntgabe der WAA-Pläne für Wangershausen strömten am 24. Juli 1982 rund 12 000 Anti-AKW-Demonstranten zur Kundgebung auf den Obermarkt. Foto:  Völker

Frankenberg. Auf den entschlossenen Widerstand der Bevölkerung im weiten Umkreis von Frankenberg stieß vor 30 Jahren der Plan der hessischen Landesregierung, bei Wangershausen eine Wiederaufbereitungsanlage von Atommüll (WAA) zu bauen.

Bürger aller Generationen und Berufsgruppen, insbesondere Landwirte, zeigten ihren Protest bei Demonstrationen mit mehr als 10.000 Menschen. Die offizielle Bekanntgabe des WAA-Standorts erfolgte am 21. Juli, der Verzicht darauf am 28. Oktober 1982.

Die Rundfunkmeldung am 21. Juli 1982, dass von der hessischen Landesregierung Wangershausen bei Frankenberg als Standort einer Wiederaufarbeitungsanlage für Atommüll (WAA) ausgewählt worden sei, traf auf eine hoch sensibilisierte Bevölkerung: Im Dezember 1981 hatte die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen (DWK) Frankenberg und Merenberg dafür ins Gespräch gebracht, und sofort formierte sich eine Bürgerinitiative Umweltschutz Frankenberg (BIUF) mit Büro in der Teichmühle, zahllose lokale Protestinitiativen im weiten Umkreis bis Nordrhein-Westfalen schossen wie Pilze aus dem Boden, 10 000 Menschen marschierten am 23. Januar 1982 im Protestzug durch Frankenberg. (zve)

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