Polizei gibt Tipps

Erpressung nach Video-Chat: Vor allem Männer werden Opfer der Sextortion-Masche

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Ein 19-jähriger Mann und ein 45-Jähriger aus Waldeck-Frankenberg sind kürzlich mit der er Sextortion-Masche erpresst worden.

Die Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg warnt aktuell vor der Sextortion-Masche. Ein 19-jähriger Mann und ein 45-Jähriger sind kürzlich erpresst worden.

Waldeck-Frankenberg – Laut Polizei lernte ein 19-Jähriger aus Waldeck-Frankenberg über einen Online-Dienst eine junge Frau kennen. Nachdem sich die beiden einige Tage per Chat über eine App ausgetauscht hatten, schlug die Frau vor, dass man auf eine Video-Plattform wechseln könnte, um ein „bisschen Spaß“ zu haben.

Der 19-Jährige willigte ein. Beim anschließendem Video-Chat zeigte sich die Frau in Unterwäsche und forderte den jungen Mann auf, sich zu entkleiden. Dieser Aufforderung kam er nach. Nur kurze Zeit später zeigte die Frau per Video-Chat ein Video von dem entkleideten jungen Mann. Sie hatte den vorherigen Video-Chat offensichtlich aufgezeichnet.

Erpressung nach Video-Chat: Betrügerin fordert Opfer auf, 600 Euro zu zahlen

In diesem Moment war dem 19-Jährigen klar, dass er auf eine Betrügerin hereingefallen war. Die Frau forderte ihn nun auf, 600 Euro zu zahlen, da ansonsten die Videos von ihm an seine Kontakte gesendet werden. Da der junge Mann das vermeiden wollte, handelte er mit der Frau aus, dass er 200 Euro überweist.

Sie gab sich zunächst damit zufrieden, der Mann überwies das Geld. Die Betrügerin gaukelte dem Opfer vor, dass das kompromittierende Video gelöscht wurde. Kurze Zeit später forderte sie erneut 200 Euro. Der Mann zahlte nicht mehr und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Erpressung nach Video-Chat: Betrüger droht an, die Bilder an Familie des Opfers zu senden

Im Frankenberger Land wurde auch ein 45-Jähriger Opfer eines Betrügers. Er bekam über einen Online-Dienst Kontakt zu einem Mann. Man tauschte sich über Chat-Dienste und per Mail aus. Der 45-Jährige sendete dem Mann auch freizügige Bilder. Einige Zeit später schrieb der Betrüger, dass er 250 Euro braucht.

Für den Fall der Nichtzahlung drohte er an, die Bilder an seine Familie zu senden. Nachdem der 45-Jährige sich anfangs weigerte, ließ er sich nach weiteren Drohungen darauf ein und überwies die geforderten 250 Euro per Western Union. Der Betrüger schrieb, dass er die Bilder gelöscht habe.

Erpressung nach Video-Chat: Polizei gibt nützliche Tipps

Nur kurze Zeit später forderte er aber noch mehr Geld, nun sollte der 45-Jährige 2500 Euro oder wöchentlich 500 Euro überweisen. Erst jetzt entschloss sich der Geschädigte nicht mehr zu zahlen und zur Polizei zu gehen. Bei der Polizei im Landkreis wurden einige weitere vollendete Erpressungen, aber auch mehrere Fälle von versuchten Erpressungen, bekannt. (red/dau)

Eine gesunde Portion Misstrauen ist nicht verkehrt, um gar nicht erst in die Opferrolle zu kommen. Grundsätzlich sollte man skeptisch sein, wenn wildfremde Personen über Facebook oder andere soziale Netzwerke Kontakt suchen und zu flirten beginnen. Die Polizei gibt dazu folgende Hinweise:  

  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreeinstellungen
  • Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber
  • Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu
  • Im Zweifel: kleben Sie die Chatkamera zunächst ab, um lediglich verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten
  • Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in Videochats zu, wenn Sie die Person erst seit kurzem kennen
  • Halten Sie Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf Ihren online-genutzten Endgeräten immer auf dem aktuellen Stand
  • Falls Sie bereits erpresst werden:
  • Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung meist nicht auf
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
  • Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird
  • Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, reagieren Sie nicht auf Nachrichten
  • Sichern Sie die Chatverläufe und Nachrichten mittels Screenshot

Das Betrugskommissariat der Polizeidirektion Werra-Meißner sprach kürzlich von einer Welle sogenannter „Schockanrufe“ in Verbindung mit der Masche „falsche Polizeibeamte“. ( red/dau)

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