Kauf auch ohne „großen Wurf“

Erstmal keine Förderung: Gemeinde Willingen schiebt Pläne für Usselner Bahnhof auf

Nicht den besten ersten Eindruck gibt der Usselner Bahnhof Besuchern im Upland. Für ambitionierte Pläne gibt es zumindest vorerst keine Fördermittel, doch die Gemeinde will ihn kaufen und nötigste Arbeiten durchführen.
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Nicht den besten ersten Eindruck gibt der Usselner Bahnhof Besuchern im Upland. Für ambitionierte Pläne gibt es zumindest vorerst keine Fördermittel, doch die Gemeinde will ihn kaufen und nötigste Arbeiten durchführen.

Die Gemeinde Willingen kauft den Bahnhof in Usseln, schiebt mangels Förderung ambitionierte Pläne aber erst mal auf.

Willingen-Usseln – Die Pläne der Gemeinde Willingen, den Bahnhof in Usseln zu kaufen und in ein Tourismus- und Naturparkzentrum umzubauen, stoßen auf Hindernisse: Das Parlament hatte die Gemeinde bereits ermächtigt, ihn zu kaufen, aber unter den Annahme, dass hohe Fördersummen fließen – die gibt es zumindest im Augenblick nicht, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung und bat, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu nehmen.

„Wenn wir ihn kaufen und die Förderung nicht kriegen, stehen wir dennoch in der Verantwortung, für Ordnung zu sorgen“, berichtete Trachte über das Gebäude, das schon bessere Tage gesehen hat. Der Gemeindevorstand würde trotzdem weiter zum Kauf raten: Der Bahnhof sei ein städtebaulicher Brennpunkt und das erste, was viele Besucher sehen.

Das Parlament stimmte geschlossen zu: „Der Bahnhof ist in sehr schlechtem Zustand, jetzt aber noch zu retten. Es ist wichtig, das weiterzutreiben“, erklärte Friedrich Wilke, Gemeindevertreter aus den Reihen der Freien Wähler und Usselner Ortsvorsteher. Nach Einsparmöglichkeiten müsse geguckt werden – die Erweiterungs-Pläne müssten überprüft werden.

„Wir sollten ihn kaufen, alles andere aber abwarten“, stimmte Jochen Schmitt (CDU) zu. Dirk Wilke (FDP) warf ein, dass Sicherungsmaßnahmen am Gebäude nötig sein werden: „Die sollten gemacht werden.“ Thorsten Kesper (SPD) fasste zusammen: „Unter Umständen müssen wir in Kauf nehmen, dass das Gebäude lange baufällig ist und wir vorerst nur Sicherungsarbeiten durchführen können. Der große Wurf kommt später.“

Im Investitionsprogramm war das Projekt noch mit 1,5 Millionen Euro eingeplant, die sich auf 2021 und 2022 verteilen – ohne die beantragte 100-prozentige Förderung ist das vorerst vom Tisch. Angedacht war, die Usselner Tourist-Information in den Bahnhof zu verlegen, Büros und Archive für den Naturpark Diemelsee unterzubringen und den Fachwerkschuppen durch einen Anbau zu ersetzen, der Toiletten, einen Aufzug und einen Mehrzweckraum für touristische Themen beherbergen sollte. Wilhelm Figge

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