Ex-Landrat Eichenlaub droht Haftstrafe - Prozess am Montag

Ihm wird unter anderem Bestechlichkeit vorgeworfen: Helmut Eichenlaub, Ex-Landrat von Waldeck-Frankenberg. Foto: Archiv

Waldeck-Frankenberg. Ihm werden Betrug, Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen: Ab Montag muss sich Helmut Eichenlaub, Ex-Landrat von Waldeck-Frankenberg, vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Nicht zur Debatte stehen vor dem Kadi Eichenlaubs jahrelange Luxusspesen und Günstlingswirtschaft.

Wenn am 21. September die Hauptverhandlung mit dem ersten Prozesstag um 13 Uhr beginnt, dann ist vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts auch ein Aufgebot hochkarätiger Rechtsanwälte zu erwarten. Denn neben Ex-Landrat Helmut Eichenlaub (CDU) sitzen ein früherer Vorstand der „LB Swiss" (heute: „Frankfurter Bankgesellschaft") und ein ehemaliger Sparkassenmanager auf der Anklagebank.

Die Vorwürfe gegen Helmut Eichenlaub, dem früheren Landrat von Waldeck-Frankenberg, beziehen sich auf „gewerbsmäßige Untreue“, „gewerbsmäßige Bestechlichkeit“ und Betrug. Bei einer Verurteilung beispielsweise wegen gewerbsmäßiger Bestechlichkeit läge das Strafmaß zwischen ein und zehn Jahren Haft.

Zusammengeführt werden vor dem Landgericht Kassel, vor dem der Prozess am kommenden Montag um 13 Uhr beginnt, zudem gleich drei Verfahren gegen den früheren Landrat. Zum einen geht es um „Provisionszahlungen“ für öffentliche Geldanlagen des Landkreises und beteiligter Unternehmen. Zu deren Lasten sollen an Helmut Eichenlaub rund 106.000 Euro geflossen sein.

Zweiter Anklagepunkt ist der Vorwurf von Steuerhinterziehung, drittens geht es um Versicherungsbetrug. Dabei soll Helmut Eichenlaub einen Unfall mit dem Privatwagen seines Sohnes als Schaden auf einer Dienstfahrt ausgegeben haben.

Eichenlaub schied Ende 2009 nach zwei Amtsperioden als Landrat aus. Nach über fünf Jahren mit Ermittlungen, Warten und Verzögerungen kommen die Vorwürfe nunmehr beim Landgericht auf den Tisch.

Derweil fordert der Kreis in einem weiteren Verfahren 26.000 Euro Reisenkosten zurück. Also einen Teil der Kosten, die Eichenlaub für Reisen und luxuriöse Spesen insbesondere seit 2007 verursachte.

Im Hintergrund schlummern überdies mögliche disziplinarrechtliche Schritte des Regierungspräsidiums als staatlicher Behörde gegen den ehemaligen Wahlbeamten Eicenlaub. Das könnte Auswirkungen auf Pensionszahlungen an den früheren Landrat haben.

Ob Eichenlaub schuldig ist oder nicht, darüber müssen indes die Richter entscheiden. Bis zum 8. Dezember sind vorerst 13 Verhandlungstage vom Landgericht terminiert worden.

Von Jörg Kleine

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