„Kein Prestige-Objekt auf unsere Kosten“

Fahrradstraße Richtung Asel-Süd: Ortsbeirat Harbshausen kritisiert Landkreis

Die K 59 Richtung Asel-Süd und Harbshausen
+
Modellversuch? Die K 59 wird vorerst nicht zu einer Fahrradstraße.

Vorerst wird es keine Fahrradstraße auf der K 59 Richtung Harbshausen und Asel-Süd geben. Ausgeschlossen ist das Projekt aber noch nicht, das gab der Landkreis im April bekannt (wir berichteten).

Vöhl-Harbshausen –Das kritisiert der Ortsbeirat Harbshausen und nimmt dazu Stellung.

Das örtliche Gremium spricht von einer „unglaubwürdigen Positionierung“. In einer ersten Stellungnahme habe der Kreis betont, nicht gegen den Willen der betroffenen Bürger sowie dem Entscheid der Gemeinde Vöhl handeln zu wollen. „Und nun liest man, dass vorerst kein Modellversuch geplant ist, mit der Vorankündigung weiter daran zu arbeiten. Das klingt vollkommen anders“, beanstandet Klaus-Michael Höbel, Mitglied des Ortsbeirates.

In diesem Zusammenhang machen er und die weiteren Mitglieder des Gremiums auf das Votum innerhalb der Ortschaft aufmerksam: Knapp 95 Prozent der Anwohner haben sich gegen eine Fahrradstraße entschieden. Auch die Gemeinde lehnte den geplanten Modellversuch ab.

Zudem sei das Gesetz klar formuliert. Es sehe keine Fahrradstraße außerhalb geschlossener Ortschaften vor. Weiter erfülle die Kreisstraße 59 keine der erforderlichen Eigenschaften, die zur Einrichtung nötig wären. „Der Kreis will sich hier auf Kosten der Harbshäuser mit einem Prestige-Objekt profilieren“, so Höbel, „das kann nicht in unserem Interesse sein und offenbart eine unverschämte Rücksichtslosigkeit.“

Erst vor kurzer Zeit habe Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Ziele genannt, um Deutschland zum „Fahrradland“ zu machen. Bis zum Jahr 2023 kämen dem Radverkehr demnach 1,46 Milliarden Euro zugute. „Da kann man doch die angeblich 40 Millionen Euro Kosten für den Ausbau der Hangseite unterbringen oder einen Teil fördern lassen“, sagt Höbel. Viel interessanter sei jedoch die Aussage, dass Wege für Rad- und Autofahrer getrennt geplant werden sollen, was also gegen eine Fahrradstraße sprechen würde. (red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.