Fall Eichenlaub: Rolle der Landesbank unklar

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Korbach/Kassel. Im Prozess gegen Ex-Landrat Helmut Eichenlaub musste am Mittwoch ein prominenter Banker in den Zeugenstand: Hans-Dieter Brenner (63), bis Ende September 2015 Vorstandschef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Brenner war seit 2008 zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der „LB Swiss“, führte damit also die Aufsicht über die Schweizer Tochter der Helaba.

Zur weiteren Erhellung des Verfahrens rund um dubiose Geldgeschäfte in der Schweiz trug Brenner wenig bei. Kernfrage vor Gericht: Hat Brenner 2010 gegenüber dem Vorstand der Sparkasse Waldeck-Frankenberg erklärt, dass der Sparkasse die Provisionen aus der Schweiz gar nicht zustanden? Das zumindest geht aus einem internen Vermerk der Sparkasse hervor.

Tatsächlich aber zahlte die „LB Swiss“ im Sommer 2010 satte 300 000 Euro als Provisionen an die Sparkasse. Diese Summe wiederum resultierte aus Zahlungen und „Anwartschaften“, die seit 2006 dem früheren Landrat Eichenlaub auf dem Privatkonto „Barbara“ verbucht worden waren.

An ein Gespräch mit dem Vorstand der Sparkasse konnte sich Brenner vor Gericht am Mittwoch nicht erinnern: „Mir war die Aktenlage gar nicht bekannt.“ Ihm sei von der LB Swiss im Februar 2010 berichtet worden, dass auffällige Provisionen an Eichenlaub geflossen seien. Daraufhin seien die Zahlungen auf dem Schweizer Konto storniert worden. Brenner habe dann Order gegeben, Ansprüche der Sparkasse zu prüfen. Sie hätten sich als „historisch“ begründet herausgestellt: für Nennung und Vermittlung von Kunden an die „LB Swiss“. Die Provisionen seien vorher an Eichenlaub gezahlt worden, weil ein damaliger Sparkassenmanager dies angewiesen habe: „So ist mir das berichtet worden“, sagte Brenner.

Der Anwalt des Sparkassenmanagers wies dies wiederholt zurück. Es gebe keinen einzigen Beleg dafür.

Von Jörg Kleine

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