Fall Eichenlaub: Sparkassen-Revisor berichtet von interner Prüfung

Dicke Akten: Am Landgericht Kassel muss sich Helmut Eichenlaub, Ex-Landrat von Waldeck-Frankenberg, vor der Wirtschaftsstrafkammer verantworten. Foto:  Fischer

Kassel. Am vierten Verhandlungstag im Prozess gegen Ex-Landrat Helmut Eichenlaub wurden am Mittwoch weitere Zeugen gehört. Ein früherer Innenrevisor der Sparkasse Waldeck-Frankenberg berichtete im Zeugenstand über Ergebnisse der internen Prüfung.

Flüssig, aber mit Bedacht trägt der frühere Innenrevisor der Sparkasse Waldeck-Frankenberg die Ergebnisse seines Prüfberichts vor, meist ohne in den vor ihm liegenden Leitz-Ordner nachzublättern. Selbst sein grauer Anzug wirkt perfekt geordnet, wie ein Sinnbild von Sorgfalt. Das beeindruckt auch Eichenlaubs Verteidiger Stefan Bonn: „Entweder haben Sie ein unglaubliches Gedächtnis oder sich sehr gut vorbereitet“, sagt der Anwalt aus Frankfurt.

Penibel hat die Innenrevision der Sparkasse 2010 die Bewegungen auf Eichenlaubs Konto geprüft, interne E-Mails und Telefondaten ausgewertet, den früheren Landrat und einen ehemaligen Manager ihres Geldinstitutes befragt. Kurz zuvor waren die Provisionszahlungen der LB Swiss an den Landrat und die Verzichtserklärung eines Sparkassen-Managers auf die Ansprüche bekannt geworden.

Eichenlaub und der Sparkassen-Manager hätten den Sachverhalt bestritten, berichtet der Innenrevisor am Mittwoch vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts Kassel. Der frühere Landrat habe in Telefonkonferenzen mit dem Vorstand die Überweisungen der LB Swiss mit einer privaten Geldanlage in eine verlustreiche „Lex Konzept Rente“ erklärt, aus der ihm Schadenersatz zugestanden hätte.

Außerdem solle es eine Vereinbarung zwischen den Managern der Sparkasse und der LB Swiss gegeben haben: Beide Institute sollten die Vorfälligkeitszahlungen, die Eichenlaub für den vorzeitigen Ausstieg aus der „Lex Konzept Rente“ zu leisten hatte, hälftig übernehmen. Der Anteil der Sparkasse habe durch die ihr zustehenden Provisionen aus den Geldanlagen des Landkreises und seiner Partner gedeckt werden sollen.

„Warum die Sparkasse die Hälfte davon übernehmen sollte, hat sich mir nicht erschlossen“, kommentiert der Prüfer. Der Sparkassen-Manager habe unterdessen bestritten, dass er die Anweisung, die Provisionen auf Eichenlaubs Konto zu überweisen, jemals gegeben habe, sagt der Revisor. (lb)

Mehr über die Zeugenaussagen des vierten Verhandlungstages lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.