Neue Verordnung macht Probleme Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 100.000 Euro

Firmen müssen Müll besser trennen - sonst  drohen Strafen bis 100.000 Euro

+
Gewerbe-Abfallverordnung: Lagerverwalter Alexander Frese (links) und Technischer Leiter Jörg Trachte von der Korbacher Baufirma Fisseler an einem Restmüll-Container.

Waldeck-Frankenberg. Viel Ärger und Unsicherheit gibt es derzeit mit einer neuen Gewerbe-Abfallverordnung. Deren Ziel ist es, die Wiederverwertung von Stoffen zu erhöhen.

Wichtigste Neuerungen: Gewerbliche Abfälle müssen noch besser getrennt werden. Und: Die Entsorgung muss dokumentiert werden. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 100.000 Euro.

„Die großen Firmen machen das seit Jahren“, sagt Egbert Blanc, Leiter des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft beim Landkreis Waldeck-Frankenberg. Anders sehe es bei kleineren Betrieben – beispielsweise im Handwerk – aus: Sie müssten seit August, seitdem die neue Verordnung gilt, bis zu zehn verschiedene Stoffe trennen und entsprechende Sammelbehälter aufstellen. Nur wenn dies „technisch und wirtschaftlich nicht möglich“ sei, so Blanc, könnten diese Betriebe einen Mischcontainer aufstellen und die Trennung später von einem „zertifizierten Entsorger“ vornehmen lassen.

Unter die Kategorie „technisch nicht möglich“ fielen Betriebe, die keinen Platz für weitere Sammelbehälter auf ihrem Grundstück hätten, präzisierte Blanc. „Wirtschaftlich nicht zumutbar“ sei die Getrenntsammlung, wenn die Kosten etwa doppelt so hoch seien wie bisher.

Als Einstieg in die Dokumentation empfiehlt Egbert Blanc kleineren Firmen, zumindest eine Kladde anzulegen und darin festzuhalten: Was fällt an Abfällen an? Wie viel haben wir davon?

„Interessenverbände, IHK und Kreishandwerkerschaft sind für kleinere Betriebe der richtige Ansprechpartner“, sagt Egbert Blanc. Wer unsicher sei, solle sich an das Abfalldezernat das Regierungspräsidiums in Kassel wenden. „Wir sind nur beratend tätig“, so der Leiter des Abfall-Eigenbetriebes. Für Einhaltung und Überwachung der neuen Verordnung sei das Regierungspräsidium in Kassel zuständig.

Hintergrund

Firmen müssen seit August gewerbliche Siedlungsabfälle trennen. Dazu zählen: Papier, Pappe und Kartons, Glas, Kunststoffe, Metalle, Holz, Textilien, Bioabfälle und andere Abfälle (zum Beispiel: Sonderabfälle). Auch Bau- und Abbruchabfälle müssen getrennt werden. Dabei geht es um: Glas, Kunststoff, Metalle, Holz, Dämmmaterial, Bitumengemische, Baustoffe auf Gipsbasis, Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik. Bei „materiellen Verstößen“ drohen nach Auskunft des Regierungspräsidiums Kassel Geldbußen bis zu 100.000 Euro. Verstößen gegen die Dokumentationspflicht können mit Geldstrafen bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.