Aber nicht überall

Gute Vorsätze sorgen zu Jahresbeginn für zahlreiche Neuanmeldungen in Fitnessstudios

Fit in die Zukunft: (Mitte) Sandra Schipull trainiert seit Januar im Pump and Jump in Bad Wildungen. Die Fitnessstudio-Inhaber (links) Sarah Hökendorf und Yannic Eubel unterstützen die Neukundin dabei.
+
Fit in die Zukunft: (Mitte) Sandra Schipull trainiert seit Januar im Pump and Jump in Bad Wildungen. Die Fitnessstudio-Inhaber (links) Sarah Hökendorf und Yannic Eubel unterstützen die Neukundin dabei.

Neujahrsvorsätze sorgen im Januar und Februar für eine Anmeldeflut in den heimischen Fitnessstudios - aber nicht überall ist der Ansturm so groß wie erwartet.

Wer im Januar ein Fitnessstudio besucht, der muss meist sehr viel Geduld mitbringen. Lange Wartezeiten an den Geräten, kaum verfügbare Trainer – die Studios sind zu Beginn des Jahres häufig chronisch überfüllt. Grund dafür sind oft die guten Neujahrsvorsätze, gefasst nach der fünften Runde Bleigießen am Silvesterabend, an dem das Hemd nach der Festtags-Schlemmerei am Bauch ein wenig spannt. Wenn das schlechte Gewissen zuschlägt, wagen viele Leute den Gang in die Fitnessstudios. Doch die Betreiber in der Region haben zum Jahresbeginn ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Im Fitnessstudio Pump and Jump in Bad Wildungen ist im Januar und Februar deutlich mehr los als in anderen Monaten. „Die meisten Menschen nehmen sich zu Beginn des Jahres viel vor, wollen vor allem abnehmen“, erklärt Inhaber Yannic Eubel. Der Mitgliederzuwachs in den ersten Monaten des Jahres ist groß. „Spätestens ab März ist es dann aber häufig vorbei mit den guten Vorsätzen.“ Dass die Aussteiger-Quote so gering wie möglich ausfällt, dafür sorgt Eubel mit seiner Geschäftspartnerin Sarah Hökendorf. Sie sagt: „Wichtig ist es, überhaupt einmal mit dem Sport zu beginnen. Und dann unterstützen wir jeden dabei, seine Ziele zu erreichen.“

Fitnessstudios zu Jahresbeginn nicht überall mit deutlich mehr Neuanmeldungen

So machen es auch Hermann Schaffer und sein Team im Pro Body in Korbach. Allerdings: Die Wünsche, das Leben positiv zu verändern, seien dort nicht mehr so sehr auf den Jahresanfang bezogen, wie es früher einmal war. Schaffer: „Mittlerweile kommen unsere Kunden mit ernsthaften Absichten über das ganze Jahr verteilt ins Studio.“ Das Bewusstsein, dass Rückenschmerzen und überflüssige Pfunde nicht einfach im Januar verschwinden, sei gestiegen.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Thomas Zimmermann, Inhaber der Fitnessstudios Corpus Pro in Frankenberg und Get Fit in Allendorf, gemacht. „Ich habe Neuanmeldungen über das ganze Jahr verteilt. Im Januar und Februar sind die Zahlen nicht viel höher als in anderen Monaten“, sagt er.

Dass man etwas dafür tun müsse, um gesund zu bleiben, habe die Gesellschaft besonders in den letzten Jahren verinnerlicht. Wichtig für Zimmermann: „Eigenverantwortliches Handeln ist gefragt.“ 

Fitnesssport in Deutschland besonders beliebt

Mit mehr als elf Millionen Teilnehmern ist das Fitnesstraining die mitgliederstärkste Trainingsform in Deutschland. Das belegen die aktuellsten Zahlen des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV). Zum Vergleich: Der Fußball vereint nur etwas mehr als sieben Millionen Menschen. Rund 30 Prozent aller Neuanmeldungen in Fitnessstudios gehen in den ersten sechs Wochen des Jahres ein. Übrigens: Fitnesstraining ist keine Frage des Alters oder des Geschlechts. 41 Jahre sind die Mitglieder im Durchschnitt alt, über die Hälfte der Kunden sind weiblich. 

Von Pascal Spindler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.