Alle „hochmotiviert“ und wollen schnell Deutsch lernen

Flüchtlingsheim in Frankenberg mit 71 Bewohnern voll belegt

Stolzer Vater: Fadil Dumuica kommt aus Serbien und wohnt mit seiner Frau Xira Berisa und Töchterchen Manuela Berisa in der Gemeinschaftsunterkunft. Fotos:  Battefeld

Frankenberg. Rund acht Wochen nach dem Einzug der ersten Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft am Frankenberger Kegelberg fällt die Bilanz des Betreiberehepaares positiv aus: „Wir sind sehr zufrieden. So, wie es bis jetzt läuft, kann es weitergehen", sagte Günter Ahlborn.

Eine große Hilfe seien vor allem die ehrenamtlichen Helfer des Netzwerks Integration: „Die nehmen uns viel Arbeit ab. Ohne das Netzwerk wäre das alles gar nicht möglich“, betonte Ahlborn bei einem Informationsbesuch von 20 Mitgliedern des SPD-Unterbezirks Waldeck-Frankenberg.

Mittlerweile wohnen 71 Flüchtlinge in dem ehemaligen EAM-Gebäude, sie kommen hauptsächlich aus Syrien oder anderen Krisengebieten. Rund 30 kämen aus dem Kosovo, Serbien, Mazedonien und Albanien. „Alles sehr nette, hilfsbereite Leute. Die wollen uns wirklich was zurückgeben“, betonte das Ehepaar Ahlborn. Alle seien „hochmotiviert“ und wollten möglichst schnell Deutsch lernen und sich in den Arbeitsmarkt integrieren. Dies bestätigte auch Herbert Keim, der die AG Deutschunterricht leitet und den Gästen die Arbeit des Netzwerkes vorstellte.

Informationsbesuch im Frankenberger Flüchtlingsheim: Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Waldeck-Frankenberg, Dr. Christoph Weltecke (vorne links) besuchte mit weiteren Parteigenossen die vom Ehepaar Günter und Anne Ahlborn (vorne, Dritter und Vierte von links) betriebene Gemeinschaftsunterkunft auf dem Kegelberg.

Aktuell nehmen 36 Erwachsene an den Deutschkursen teil. Die Kinder und Jugendlichen besuchen Schulen. Besonders hoch sei das Interesse bei den syrischen Flüchtlingen. Dies seien überwiegend junge Männer, von denen viele einen akademischen Abschluss hätten oder die ihr Studium wegen des Krieges hätten abbrechen müssen. „Einer ist ausgebildeter Arzt und hat in Frankenberg schon eine Stelle in Aussicht“, sagte Herbert Keim.

Einige der Flüchtlinge könnten das Flüchtlingsheim demnächst schon wieder verlassen und würden dem Arbeitsmarkt dann zur Verfügung stehen. „Vielleicht könnten ja heimische Firmen was anbieten“. Auch Wohnungen würden dringend benötigt.

Oftmals würden allerdings auch die ehrenamtlichen Helfer des Netzwerkes an ihre Grenzen stoßen, da alles „Neuland“ sei. „Wir werden viel allein gelassen von Land und Bund“, beklagte Keim. Da bereits angekündigt wurde, dass in den nächsten Monaten weitere Flüchtlinge nach Frankenberg kommen, sei man dringend auf zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen.

Auf Nachfrage von Dr. Christoph Weltecke, dem Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks, stellte Günter Ahlborn klar, dass die Gemeinschaftsunterkunft mit aktuell 71 Bewohnern an der Kapazitätsgrenze angekommen sei. „Hier passiert nichts mehr. Es werden auch keine Container aufgestellt.“ Er freue sich, dass nach anfänglichen Bedenken der Nachbarn jetzt „alles ausgeräumt“ sei. „Die Nachbarn kommen mittlerweile hierher zum Helfen oder bringen Kuchen vorbei“, so Ahlborn.

Von Susanna Battefeld

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