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Forstamt Burgwald renaturiert den ehemaligen Nassholz-Lagerplatz

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Raum für biologische Vielfalt: Auf der Fläche, wo einst im Burgwald Fichtenlangholz lagerte, ist nun ein flacher Teich entstanden, erläutert Forstamtsleiter Eberhard Leicht.
Raum für biologische Vielfalt: Auf der Fläche, wo einst im Burgwald Fichtenlangholz lagerte, ist nun ein flacher Teich entstanden, erläutert Forstamtsleiter Eberhard Leicht. © Martina Biedenbach

Der ehemalige Nassholz-Lagerplatz im Burgwald, der wegen Wassermangels geschlossen wurde, wird nun renaturiert.

Burgwald – Früher wurden dort bis zu 75 000 Festmeter Fichtenholz beregnet. Aufgrund von Wasserknappheit hat das Forstamt Burgwald den Nasslagerplatz zwischen Bottendorf und Ernsthausen mittlerweile komplett aufgelöst.

„Wir können den hohen Wasserverbrauch nicht mehr verantworten. An einem einzigen heißen Sommertag mit leichtem Wind verdunsten dort bis zu 400 000 Liter Wasser“, hatte Forstamtsleiter Eberhard Leicht im Frühjahr 2021 den Grund erläutert.

Zuletzt lagerten dort noch 30 000 Festmeter Fichte. Sie sind mittlerweile verkauft worden. In Absprache mit den zuständigen Behörden wird der brachliegende Lagerplatz nun renaturiert.

Es wurde eine Mulde ausgehoben, in der sich Regenwasser zu einem flachen Teich angesammelt hat. Dort entsteht Lebensraum für Amphibien.

In dem Bereich wachsen auch Weidenbäume, die im Frühjahr mit ihren Kätzchen frühe Nahrung für Hummeln und Bienen bieten. Auch andere Insekten wie Wespen, Käfer, Schmetterlinge sowie Vögel nutzen diese Baumart. Es soll sich hier eine möglichst hohe Biodiversität entfalten.

An den Wegrändern sind Bäume gepflanzt worden: Ahorn, Linden, Ebereschen, Eichen, auch ein Nachkomme des Wildapfelbaums aus dem Goldbachtal bei Wangershausen, den Umweltpfarrer Uwe Hesse nachgezogen hat. Mit diesen Bäumen soll eine Allee entstehen.

Der mehr als fünf Fußballfelder große Nasslagerplatz wurde immer dann gebraucht, wenn nach großen Sturmereignissen riesige Mengen Fichten umgeweht worden waren. Denn dann konnte der Holzmarkt die großen Mengen nicht aufnehmen. Durch Beregnung kann die Qualität des Fichtenholzes bis zu drei Jahre erhalten werden.

Derzeit hat das Forstamt Burgwald sein gesamtes Fichtenholz verkauft. „Auch die aktuellen Windwurfmengen von 40 000 Festmetern wird der Markt schnell aufnehmen. Bei einigen Sortimenten, insbesondere bei der Buche, ist es gerade extrem schwierig, die Nachfrage zu befriedigen“, erläutert der Forstamtsleiter.

Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Trockenheit sei eine Wiederinbetriebnahme des Nasslagerplatzes nicht zu verantworten, betont er. Laut Regierungspräsidium Gießen gebe es seit 2007 im Burgwald keine Grundwasserneubildung mehr. „Wir leben auch beim Grundwasser von der Substanz“, macht er deutlich. (Martina Biedenbach)

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