A wie Aempisde: Mundartgruppe Frankenau bietet neues Platt-Buch an

„Inse Platt sall nit vergässen wärn“: Mit einem neuen Buch will die Frankenauer Mundartgruppe den Dialekt am Leben erhalten. Zu sehen sind auf dem Foto (vorne von links) Gerhard Keute und Elisabeth Kramer sowie die übrigen Autoren des Werks. Auf dem Bild fehlt Annemarie Ruhwedel. Das Buch (siehe auch kleines Bild) gibt es ab Montag für sieben Euro zu kaufen. Fotos: Daum

Frankenau. Geschafft: Die Frankenauer Mundartgruppe bringt pünktlich zum Fest ein neues Platt-Buch heraus. Ab kommenden Montag, 21. Dezember, gibt es das Werk zu kaufen.

Fast zehn Jahre lang haben die Mitglieder der 2005 gegründeten Frankenauer Mundartgruppe ihre Ohren offen gehalten und vor allem dann ganz genau zugehört, wenn in kleiner oder großer Runde das typische Frankenauer Platt gesprochen wurde.

Nicht selten wurden bei diesen Gesprächen Kugelschreiber und Notizblock hervorgeholt, um Wörter dieses besonderen Dialekts direkt aufzuschreiben.

Nach und nach kamen so viele Begriffe des Frankenauer Platts zusammen, die nun in einem neuen Buch der Mundartgruppe samt hochdeutscher Erklärung zusammengefasst wurden - angefangen bei „Aempisde“ für Ameise bis „Zierrod“ für Kapuzinerkresse. Das fast 50 Seiten starke Werk gibt es ab dem kommenden Montag für sieben Euro in Frankenau zu kaufen.

„Es gibt bereits ein Mundartheft. Das neue ist die Erweiterung mit völlig neuen Wörtern“, sagt Elisabeth Backhaus von der Frankenauer Mundartgruppe. Man habe sorgfältig die gesammelten Begriffe und Redewendungen mit denen in dem 1992 erschienenen Buch abgeglichen, um Dubletten zu vermeiden.

„So erhält der Leser im neuen Werk neue und andere Wörter. Im letzten Teil des Buches sind neben Redewendungen auch alte Rezepte abgedruckt“, so Backhaus. Die Rezepte stammen vorwiegend aus dem Jahr 1920 und wurden damals von Elisabeth Scheerer (Gehannjosts) zu Papier gebracht. Nachdem die Mundartgruppe genug Wörter gesammelt hatte, erhielten die Mitglieder die Aufgabe, die hochdeutsche Übersetzung dafür zu liefern. In dem Buch steht zum einen die direkte Übersetzung des jeweiligen Wortes. Zum anderen wird der Begriff auch in einem Satz in Hochdeutsch und auf Platt näher erläutert.

„Alle haben ihren Teil zum Gelingen des Projektes beigetragen“, sagt Elisabeth Backhaus. Aufgeschrieben wurden die Wörter samt Übersetzungen in alphabetischer Reihenfolge letztlich von Margot Caspar.

„Unser Platt ist schon ein Stück besonders und unterscheidet sich von anderen Dialekten aus der Gegend. Das hängt damit zusammen, dass Frankenau damals anders als die Dörfer rundherum Stadtrechte erhielt und sich von den anderen abgrenzte. Frankenau war eine Insel, auf der sich ein eigener Dialekt entwickelte“, sagt Gerhard Keute von der Mundartgruppe.

Finanziert wurde das neue Mundartbuch zum Teil durch eine Spende des Vereins „Wir für die Region“. Den Rest hat die Mundartgruppe aus eigener Tasche vorfinanziert - mit dem Verkaufserlös soll das Geld schließlich wieder eingenommen werden.

„Wir freuen uns aber natürlich auch über weitere Spenden“, sagt Elsbeth Stremme von der Frankenauer Mundartgruppe.

Service: Das neue Mundartbuch ist ab Montag, 21. Dezember, für sieben Euro an folgenden Verkaufsstellen in Frankenau erhältlich: Edeka Möbus, Bäckerei Paul, Bäckerei Öhl und Modeladen Carmen Schäfer. (dau)

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