Futtermittel wurden durch trockenen Sommer knapp

Bauern im Frankenberger Land: Keine Entwarnung nach Hitze-Schäden

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Eiserne Reserve: Landwirt Olaf Fackiner aus Dainrode, hier mit Tochter Sarah, ist froh, dass er nach der Dürre auf seinen angelegten Futter-Vorrat zurückgreifen kann. 

Waldeck-Frankenberg. In den vergangenen Tagen hat es zwar einige Niederschläge gegeben, für die rund 500 Mutterviehhalter in Waldeck-Frankenberg, denen durch den trockenen Sommer das Futter knapp geworden war, kann nach Auskunft von Matthias Eckel aber noch keine Entwarnung gegeben werden.

„Der Regen ist zwar schon mal was und die Wiesen werden auch zum Teil wieder grün und regenerieren sich vermutlich. Aber man muss jetzt erstmal abwarten, wie es sich weiterentwickelt“, sagt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg.

Wie berichtet, waren infolge des heißen und trockenen Sommers in einigen Regionen des Landkreises ein oder sogar zwei Grasschnitte weggefallen. Das Futter fehlte in der Folgezeit. Die Vorräte seien bei vielen Landwirten inzwischen so knapp, dass sie nicht wüssten, ob sie durch den Winter kommen, so Eckel. „Wir haben einige Betriebe dabei, die den Viehbestand um 20 Prozent zurückgefahren haben.“

Es hänge immer von der jeweiligen Situation ab: „Einige Landwirte haben gute Vorräte aus dem Vorjahr, die merken kaum was.“ Falls sich allerdings die Dürre im kommenden Jahr wiederholen sollte, werde es Verluste bei den Tieren geben, befürchtet er.

Problematisch sei die Situation auch bei den Pferdehaltern, die Futter dazukaufen müssten, da der Markt für Heu praktisch leergefegt sei.

Die Vorräte helfen auch Olaf Fackiner aus Dainrode erstmal durch den Winter. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes hat durch die Trockenheit mehr als die Hälfte weniger Futter ernten können als sonst üblich. „Zum Glück halte ich für meine 300 Kühe immer für ein halbes Jahr Futter vor, auf das ich zurückgreifen kann“, sagt Fackiner.

Das Dürre-Hilfe-Programm der Bundesregierung, an dem sich auch das Land Hessen beteiligt und das den in Existenznot geratenen Betrieben Unterstützung in Aussicht stellt, halten sowohl Matthias Eckel als auch Olaf Fackiner gelinde gesagt für völlig ungeeignet: „Die Hürden sind viel zu hoch“, kritisieren sie. Wer könne beispielsweise schon jetzt prognostizieren, wie das nächste Wirtschaftsjahr werde.

Auch dass die Betriebe zunächst ihr Privatvermögen offenlegen müssen, hält Fackiner für ein Unding. Er schimpft auf die Bürokratie: „Die Landwirte in Polen haben ihr Geld schon längst.“

Nach Auskunft von Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher des Landkreises, hatten bis zum 23. November lediglich 14 Betriebe einen Antrag auf Dürrebeihilfe gestellt. Weitere 13 hätten die Verlängerung der Antragsfrist bis zum 21. Dezember genutzt.

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