„Wir sind eine große Familie“

Der Gasthof Hessischer Hof in Frankenau feiert sein 150-jähriges Bestehen

So sieht der Gasthof Hessischer Hof in Frankenau heute aus: Seit 150 Jahren ist der Gasthof im Familienbesitz Schäfer.
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So sieht der Gasthof Hessischer Hof in Frankenau heute aus: Seit 150 Jahren ist der Gasthof im Familienbesitz Schäfer.

Der Gasthof Hessischer Hof feiert Jubiläum – seit 150 Jahren gibt es die Gaststätte schon in Frankenau.

Frankenau – Katrin Schäfer leitet mit ihrer Mutter Jutta Schäfer das Gasthaus. „Katrin ist die fünfte Generation der Familie Schäfer“, sagt Jutta Schäfer.

1870 gründete Tobias Schäfer mit seiner Ehefrau Susanna die Gaststätte Hessischer Hof in der Rieschstraße 111 in Frankenau. „Damals war das noch eine Poststelle, wo nur Getränke verkauft wurden“, sagt Jutta Schäfer. Im Jahr 1927 entschloss sich der Nachfolger Heinrich Schäfer, ein neues Wirtshaus zu bauen, da das damalige zu klein wurde. In der Rieschstraße 21 fand das neue Wirtshaus seinen Platz – wo es auch heute noch steht. 1974 übernahm Helmut Schäfer den Hessischen Hof und heiratete 1981 Jutta Schäfer. Seit dem führten die beiden das Wirtshaus. 1995 feierte der Gasthof 125-jähriges Bestehen. „Und jetzt sind es sogar 150 Jahre, das war immer unser Ziel“, sagt Katrin Schäfer.

In den 25 Jahren hat sich auch einiges am Hessischen Hof getan: „Wir haben ein Frühstücksbüfett, ein Fischbüfett an Karfreitag und das nostalgische Kaffeetrinken eingeführt“, sagt Jutta Schäfer. Das nostalgische Kaffeetrinken bieten die zwei Frauen auch heute noch an, was nach der Coronapause auch wieder stattfinden soll. „Wir bieten Kuchen an, den es damals gab, zum Beispiel Frankfurter Kranz. Gestickte Deckchen legen wir auf den Tischen aus und wir tragen selbst Schürzen mit Schleifen – so wie es früher einfach war“, sagt Katrin Schäfer.

So sah der Neubau des Hessischen Hofes in Frankenau aus. (Repro)

Renovierungsarbeiten standen auch immer mal an. So wurden die Toiletten und das Dach zwischendurch erneuert. „Vor ungefähr fünf Jahren haben wir dann unseren Biergarten eröffnet“, erinnert sich Jutta Schäfer. Vor dem Haus konnten die Gäste schon vorher immer sitzen, aber das sei irgendwann zu eng geworden und „die Leute wollten nicht wie auf dem Präsentierteller sein“, sagt Jutta Schäfer.

Im Jahr 2004 verstarb Katrin Schäfers Vater. Seitdem führen die beiden Frauen das Wirtshaus. „Jetzt ist es eine Weiberwirtschaft“, sagt Katrin Schäfer und lacht.

Eigentlich hätte der Hessische Hof im vergangenen Jahr schon das 150-jährige Bestehen gefeiert, aber die Pandemie hat das nicht zugelassen. „Corona hat uns vor enorme Herausforderungen gestellt, wir mussten überlegen, wie wir die Zeit überstehen können“ , sagt Katrin Schäfer. Die beiden Frauen erstellten für die Zeit der Pandemie einen Wochenplan. „Neben der abgespeckten Speisekarte gab es ein täglich wechselndes Mittagessen – dieser Wochenplan hat uns gerettet“, sagt Katrin Schäfer. Die Gäste haben aber vor allem dazu beigetragen, „weil sie uns einfach immer treu geblieben sind – dafür sind wir enorm dankbar.“ Das ist für die Familie Schäfer ein Grund, warum sie auch nach 150 Jahren immer noch das Gasthaus betreiben. „Aber auch wegen des Personals schafft es der Gasthof zu überleben. Wir sind eine große Familie“, sagt Katrin Schäfer. Wie sehen die nächsten 25 Jahre aus? „Das weiß ich nicht“, antwortet sie. „Wir schauen was die Zukunft bringt, jetzt feiern wir erstmal unser 150-jähriges Bestehen.“

Info: Am Samstag ab 12.30 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr lädt der Hessische Hof die Öffentlichkeit zu einer kleinen Feier ein. (Lea Beckmann)

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