„Pferde sind vor Angst fast durchgedreht“

Schrecken der Silvesternacht: Randalierer attackieren Gnadenhof mit Böllern über zwei Stunden

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Die Eheleute Wolfgang und Elke Hellmann betreiben seit 23 Jahren in Frankenau einen Gnadenhof für alte Pferde. In der Silvesternacht wurden Stall und Scheune mit Böllern und Raketen angegriffen.

Elke und Dr. Wolfgang Hellmann aus Frankenau steht der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben: Randalierer hatten ihren Gnadenhof an Silvester mit Böllern zwei Stunden lang attackiert. 

  • Randalierer hatten den Gnadenhof über zwei Stunden lang attackiert
  • Besitzer wurden im November mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet
  • Die Pferde seien vor Angst fast durchgedreht

Die Folgen des Jahreswechsels sind bei dem 80-Jährigen und seiner 65 Jahre alten Ehefrau noch immer spürbar: Gegen Mitternacht waren ihr Wohnhaus, der Stall und die Scheune von jungen Randalierern mit Silvesterböllern und Silvesterraketen etwa zwei Stunden lang massiv attackiert worden. „Das waren gezielte Angriffe“, schildern die Eheleute.

Im Gnadenhof sind fünf alte und kranke Pferde untergebracht

Das Dramatische: Mitten in Frankenau unterhalten die Hellmanns einen Gnadenhof. Im Stall und in der Scheune sind neben einem Hund, Katzen und Hühnern fünf alte und kranke Pferde untergebracht – sie dürfen dort ihren Lebensabend verbringen. Erst im vergangenen November waren die Eheleute für ihre Arbeit auf dem Pferdeschutzhof mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet worden. „Wir machen diese Arbeit nun schon seit 40 Jahren“, erzählen Elke und Wolfgang Hellmann – davon seit 23 Jahren in Frankenau.

So sah es am Neujahrsmorgen auf dem Gnadenhof Hellmann aus. 

Wie sie das Geschehen in der Silvesternacht beschreiben, sind die jungen Leute in kleineren Gruppen sogar bis auf das Grundstück vorgedrungen. „Dort haben sie direkt vor der Stalltür und dem Scheunentor ihre Böller gezündet. Das war unverantwortlich.“ Im Stall und in der Scheune lagern auch große Rundballen Heu und jede Menge Stroh: „Da hätte auch schnell ein Feuer ausbrechen können.“

Das Alter der Angreifer schätzen die Eheleute Hellman auf etwa 20 bis 30 Jahre - auch junge Frauen seien dabei gewesen. „Die Silvesterraketen wurden mit Wucht gegen die Stalltür und das Scheunentor geschmettert“, ist Elke Hellmann immer noch entsetzt. 

„Die Pferde sind vor Angst und Aufregung fast durchgedreht, die jungen Leute haben dabei gelacht und sich gefreut“, beschreibt die 65-Jährige die Ereignisse. „Wir müssen die Tiere immer noch beruhigen, die Hühner haben zwei Tage lang kein Ei gelegt. So etwas passiert bei einem normalen Feuerwerk nicht.“

Die Randalierer haben eine riesige Sauerei verursacht

Sachschaden sei zum Glück nicht entstanden, aber eine Riesensauerei auf dem Hof. Die Eheleute Hellmann kehrten den Dreck schließlich weg: „Die ganze Mülltonne war voll“, sagt Wolfgang Hellmann. Zusammen mit seiner Ehefrau sei er in der Silvesternacht aus großer Sorge ständig damit beschäftigt gewesen, die Tiere zu beruhigen: „Die Pferde waren in totaler Panik. Die wären fast gegen die Wände und aus den Boxen gesprungen.“

„Das war Tierquälerei. Das war brutal und bösartig“, beschreiben die Hellmanns den nächtlichen Angriff. Die Silvesterraketen seien waagerecht auf Stalltür und Scheunentor abgeschossen worden. „Wir konnten nicht rausgehen. Das war lebensgefährlich.“ Der Wunsch der Hellmanns für das neue Jahr: „Wir hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.“ Auch die Polizei sei über die Ereignisse informiert worden.

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