718 Menschen waren obdachlos

Heute vor 150 Jahren brannte Frankenau nieder

Alt-Frankenau: Eine alte Ansicht von circa 1950 zeigt die Stadt mit dem Schulhaus (Pfeil). Das Gebäude stand in etwa dort, wo heute die 1974 erbaute Apotheke steht. Nach dem Brand von 1865 war Frankenau u.a. mit breiteren Straßen wieder aufgebaut worden.

Frankenau. Heute vor 150 Jahren brach in Frankenau ein großer Brand aus. 120 Häuser fielen den Flammen zum Opfer. Es betraf 170 Familien mit 718 Personen.

Der Frankenauer Stefan Möller hat die Geschichte dieses schlimmen Ereignisses am Abend des 22. April 1865 recherchiert.

„Feuer, Feuer“, so hörte man am Abend des 22. April 1865 die Hilferufe durch Frankenau hallen. Um die Zeit des Abendläutens muss es gewesen sein, wie der damalige Frankenauer Lehrer Jakob Funk in seiner Chronik das Geschehen festhielt.

Am östlichen Ende Frankenaus nahm das Feuer seinen Anfang – und, wie Jakob Funk weiterschreibt, trieb ein scharfer Ostwind die Flammen auf die anderen Häuser und schließlich über ganz Frankenau.

Er schreibt weiter: „Es war ein schauervoller Morgen, der Morgen nach der Brandnacht. Überall rauchende Trümmerhaufen, überall jammernde Männer, Frauen und Kinder, denen es an allem mangelte. Nur 16 Häuser teilweise mit Scheunen und das große, schöne Schulhaus blieben von den Flammen verschont. 120 Häuser mit Nebengebäuden, Rathaus, Kirche, Kirchturm, Stadthaus mit Arztpraxis und Apotheke, alles fiel den Flammen zum Opfer. Es betraf 170 Familien mit 718 Personen.“ Das „große, schöne Schulhaus“ stand in etwa dort, wo heute die 1974 erbaute Apotheke steht.

An diesem „schauervollen Morgen“, am 23. April, sollte eigentlich auch die Konfirmation in Frankenau gefeiert werden. Sie musste ausfallen und wurde zu Pfingsten in der Kirche in Geismar nachgeholt.

Ob Brandstiftung die Ursache war und welche Not herrschte, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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