Eine Fee mit Zuckerwürfel

Literarischer Frühling: Lisa-Marie Gerl liest „Lenchens Geheimnis“ für Grundschüler

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Verzauberte beim Vorlesen: Die Schauspielerin Lisa-Marie Gerl (29) aus Marburg bringt mit der Geschichte „Lenchens Geheimnis“ von Michael Ende und Jindra Capek und ihren eingebauten Effekten die Kinder der Kellerwaldschule Frankenau zum Staunen.

Frankenau. Geheimnisvoll und magisch war die Stimmung bei der Lesung von Lisa-Marie Gerl. Die Schauspielerin aus Marburg war im Rahmen des Literarischen Frühlings zu Gast im Landhaus Bärenmühle und las aus dem Buch „Lenchens Geheimnis“ von Michael Ende und Jindra Capek vor.

„Es ist meine erste Lesung für Kinder“, sagte Gerl im Vorfeld. Sie hatte sich gut auf die Veranstaltung vorbereitet und viele kleine Hilfsmittel im Gepäck. So nutzte sie Zollstöcke, Luftballon, Regenstab und Nebelmaschine, um die Geschichte für die Kinder zum Erlebnis zu machen. Die 29-Jährige ist Ensemblemitglied am Hessischen Landestheater Marburg.

Die Grundschüler der Kellerwaldschule Frankenau waren der Einladung zum literarischen Frühling gefolgt und mit 65 Schülern vor Ort. Wie jedes Jahr nutzten sie den Anlass für einen Wandertag und liefen bei strahlenden Sonnenschein in das Lengelbachtal. Von Lisa-Marie Gerl wurden die Kinder mit einem Becher Tee begrüßt, denn der spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle – vor allem der Zuckerwürfel darin.

Lenchen, die Hauptfigur des Buches, ist unzufrieden mit ihren Eltern, denn die machen nicht immer, was sie möchte. Ihre Meinung nach liegt das daran, dass sie als zwei Personen immer in der Überzahl ihr gegenüber sind. Und natürlich daran, dass sie größer sind.

Lenchen findet mit der Hilfe eines Polizisten eine Fee in der Regengasse. Diese gibt ihr zwei Stücken verzauberten Würfelzucker. Die bewirken, nachdem die Eltern sie eingenommen haben, dass sie jedes Mal, wenn sie nicht Lenchens Wünschen folgen, um die Hälfte schrumpfen.

Mit einem Zollstock demonstrierte Gerl den Kindern eindrucksvoll, wie klein Lenchens Eltern werden: „Von 1,84 Meter schrumpft der Vater auf 92 Zentimeter.“ Die Kinder begleiten jedes Schrumpfen mit aufgeregten Rufen und Kichern und fiebern mit Lenchen mit.

Lenchen bemerkt schnell an ersten Kleinigkeiten, dass es nicht immer gut ist, wenn ihre Eltern klein sind und ihr nicht widersprechen können. So hat sie bei einem nächtlichen Gewitter Angst allein im Bett. Oder sie schneidet sich an einer Dose und weiß nicht, was sie dann tun soll. Da die Eltern nur noch elf Zentimeter groß sind, ist es auch für sie sehr schwierig, Lenchen ein Pflaster um den Finger zu kleben.

Als Lenchen dann mal wieder ihren Schlüssel vergisst, als sie zum Spielen raus geht, kommt sie nicht mehr in die Wohnung. Nun merkt sie, dass sie ihre Eltern doch lieber groß hätte, und bittet erneut die Fee um Hilfe. Diese gibt ihr nun einen weiteren verzauberten Zuckerwürfel, den sie selbst schlucken muss und damit ihren Eltern nicht mehr widersprechen kann. Nachdem sie für eine Woche ein absolut braves Kind war, vermissen auch die Eltern ihr Lenchen und wollen, dass sie wieder widerspricht.

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