Menschen mit oder ohne Behinderung wandern gemeinsam

Inklusiver Kreiswandertag am 23. Oktober in Frankenau

Freuen sich auf den Inklusiven Kreiswandertag in Frankenau: (von links) Initiator Jürgen Damm, Bürgermeister Björn Brede, Horst Behle, Geschäftsführer der Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg, Reiner Ohlsen vom Naturpark Kellerwald-Edersee und Manuel Schweiger, Leiter des Nationalparkamts.
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Freuen sich auf den Inklusiven Kreiswandertag in Frankenau: (von links) Initiator Jürgen Damm, Bürgermeister Björn Brede, Horst Behle, Geschäftsführer der Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg, Reiner Ohlsen vom Naturpark Kellerwald-Edersee und Manuel Schweiger, Leiter des Nationalparkamts.

Der zweite Inklusive Kreiswandertag findet im Landkreis dieses Jahr in Frankenau statt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste dieser im vergangenen Jahr ausfallen.

Waldeck-Frankenberg – Umso mehr freut sich Oberst a.D. Jürgen Damm, Vorsitzender der Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg, dass nun am Samstag, 23. Oktober, Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – gemeinsam bei Frankenau in Nationalpark und Naturpark wandern können.

„Wir wollen eine Begegnungsmöglichkeit schaffen und Teilhabe leben“, formuliert Jürgen Damm das Ziel des Wandertages. Der Verein Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg ist der Initiator des Tages. Zusammen mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee und dem Naturpark haben sie mehrere Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden geplant. In diesem Jahr soll der Wandertag in Frankenau stattfinden. „Wir wollten an einem Ort beginnen können, wo wir sowohl den Nationalpark als auch den Naturpark miteinbeziehen können“, sagt Damm. Dafür sei die Kellerwaldhalle in Frankenau genau der richtige Ort.

Schon der erste Inklusive Kreiswandertag 2019 sei ein tolles Erlebnis gewesen. „Es war nicht nur wandern, sondern jeder dritte Schritt hat uns eine neue Erkenntnis gebracht“, sagt Vorsitzender Jürgen Damm.

Für den 23. Oktober rechnet der Verein mit 150 bis 250 Teilnehmern. Dieser Wandertag sei ganz bewusst nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern auch für Wandervereine, Wandersparten von Sportvereinen und Schulen. Jeder, der Lust habe zu wandern, sei willkommen, sagt Damm. „Wir wollen gemeinsam etwas erleben.“

Das Projekt kostet insgesamt 5000 Euro, sagt Horst Behle, Geschäftsführer der Aktion für behinderte Menschen. Finanzielle Unterstützung kommt vom Landkreis und Land, von der Waldecker Bank und der Sparkasse. „Die Sparkasse fördert vor allem den Fahrdienst, denn wir haben einen Shuttle-Bus von der Kellerwaldhalle zu den einzelnen Treffpunkten und zurück, damit jeder zum Wanderstartpunkt gelangt“, sagt Behle.

Bürgermeister Björn Brede freut sich, dass der Wandertag dieses Jahr in Frankenau stattfindet. „Wir fühlen uns als Inklusionsstadt“, sagt er. Zudem sei Wandern in Frankenau ein wichtiges Thema. Der Verein mache mit diesem Tag etwas ganz Besonderes.

Alle angebotenen Strecken werden von Nationalpark- und Naturparkführer begleitet. Die Wanderstrecken variieren zwischen zwei und sechs Kilometern. Wanderziele sind unter anderem der Arche-Hof von Ralf Finke, die Quernst-Kapelle und der Mittelberg. Darunter sind sowohl rollstuhlgerechte Strecken wie auch Kinder- und Familienrouten.

„Wer nicht wandert, hat die Möglichkeit, an der Kellerwaldhalle in Frankenau Scooter zu fahren oder bei einem Parcours das Rollstuhlfahren zu üben“, sagt Horst Behle, Geschäftsführer der Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg. Zusätzlich werde es Planwagenfahrten geben.

„Wir freuen uns, auch beim zweiten Inklusiven Kreiswandertag wieder mit im Boot zu sein“, sagt Reiner Ohlsen vom Naturpark Kellerwald-Edersee. Die Kellerwaldhalle in Frankenau sei für ihn „ein super Ort“ für den Ausgangspunkt. „Hier haben wir viele barrierefreie Möglichkeiten.“ Ohlsen betont, dass Inklusion in beide Richtungen gehen müsse: „Es ist eine Zusammenführung von gesunden und eingeschränkten Menschen.“

Auch Manuel Schweiger, Leiter des Nationalparkamts, freut sich sehr, dass der Nationalpark beim Wandertag mitwirkt. „Für mich ist Inklusion ein großes Herzensthema“, sagt er. Viele würden sich fragen, wie barrierefrei und Wildnis zusammen passe, da die Wildnis unzugänglich sei. Doch am „Inklusiven Kreiswandertag“ soll die Wildnis für jeden zugänglich gemacht werden. „Wir haben auf einer Wanderstrecke zum Beispiel Zwitscherboxen – für Menschen, die nicht so gut sehen, ist dies ein besonderes Erlebnis“, sagt er.

Zum Abschluss haben alle die Möglichkeit, an der Kellerwaldhalle etwas zu essen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Für jeden Teilnehmer soll es außerdem eine Erinnerung an den Inklusiven Kreiswandertag geben. „Wenn es im nächsten Jahr dann den dritten „Inklusiven Wandertag“ geben wird, dann ist es eine Tradition“, sagt Initiator Jürgen Damm von der Aktion für behinderte Menschen.

Kostenfreier Fahrdienst zum Wandertag

Ein kostenfreier Fahrdienst stehe Bewohnern von Wohn- und Pflegeeinrichtungen, Mitarbeitern in Werkstätten für behinderte Menschen und besonders hilfebedürftige Personen mit Merkzeicheneintrag im Schwerbehindertenausweis oder für die eine Begleitung erforderlich ist zur Verfügung, heißt es auf dem Anmeldeformular. Jeder, der am Wandertag teilnehmen möchte, kann sich per Mail an veranstaltungen@aktion-fuer-behinderte-Menschen-wa-fkb.de anmelden.

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