Mehr Orientierung und Sicherheit

Nach Notfall im Frankenauer Feriendorf: Stadt will Beschilderung verbessern

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Vor der alten Beschilderung im Feriendorf: Stefan Erdmann (links) und Dirk Steinhoff informierten nach einem medizinischen Notfall die Stadt wegen einer neuen Beschilderung. 

Frankenau. Ralf Erdmann hat im Frankenauer Feriendorf einen Herzinfarkt erlitten. Der Notarzt brauchte fast 30 Minuten, da er das Haus nicht fand. Jetzt soll die Beschilderung verbessert werden.

Den ersten Weihnachtsfeiertag im vergangenen Jahr werden Stefan Erdmann und Dirk Steinhoff noch länger in Erinnerung behalten: Die beiden Besitzer eines schmucken Hauses im Feriendorf Frankenau verbringen die Feiertage in ihrer „Wohlfühloase“ am Rande des winterlichen Kellerwaldes.

Am Nachmittag erleidet Ralf Erdmann, mit 63 Jahren der ältere der beiden, unerwartet einen Herzinfarkt. Der 55-jährige Dirk Steinhoff alarmiert sofort den Rettungsdienst.

„Der Sanitätswagen war in 16 Minuten zur Stelle. Der Notarzt kam mit einem gesonderten Fahrzeug, dieser benötigte 13 Minuten mehr, also 29 Minuten, weil er das Haus, die Straße, nicht finden konnte“, schilderte Stefan Erdmann einige Wochen später die Ereignisse Freunden auf seiner Facebookseite.

Da geht es dem 63-Jährigen, der in seiner beruflichen Laufbahn viele Hotels eingerichtet hat, schon wieder besser. Doch sein Facebookeintrag vom Februar lässt ahnen, wie dramatisch die Situation an Weihnachten war, als der Notarzt lange nach dem richtigen Haus im Frankenauer Feriendorf suchen musste, denn er schreibt dort: „Es war eine brenzlige Situation für alle Beteiligten. Das Martinshorn war ständig im Park zu hören. Was ist, wenn ein solcher Notfall nachts passiert?“

Stefan Erdmann wandte sich mit einem Brief auch an Bürgermeister Björn Brede und die Stadt Frankenau, um um eine Verbesserung der Beschilderung zu bitten. Und der Frankenauer Rathauschef handelte schnell: Sofort geben Brede und der Magistrat eine neue Beschilderung in Auftrag. „Ein guter Vorschlag aus der Fachabteilung Bauen, nämlich analog herkömmlichen Straßenschildern auch im Feriendorf Straßenschilder anzubringen, aber mit Hausnummern, hat die volle Unterstützung im Magistrat erfahren“, schreibt Björn Brede den beiden Hausbesitzern im Feriendorf. Die Besonderheit dort ist: Es gibt nur Hausnummern, keine unterschiedlichen Straßennamen.

Am vergangenen Montag besuchten dann Brede und Christian Caspar von der Stadtverwaltung den nach einer Reha genesenen Stefan Erdmann. „Die Schilder sind bestellt“, versicherte Brede; sie würden angebracht, sobald sie da seien. „Die Verbesserung der Beschilderung kommt allen zugute. Und das haben die anderen Ferienhausbesitzer und Bewohner auch Ihnen zu verdanken“, stellte der Bürgermeister klar.

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