Vorfall bei Altenlotheim

Schafe im Naturpark Kellerwald-Edersee durch Gartenabfälle gestorben

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Achtlos entsorgt: Kristin Gampfer vom Naturpark und Schäfer Matthias Bauch an der Stelle, wo B uchs und andere Gartenabfälle abgeladen worden waren. 

Über achtlos entsorgten Rasenschnitt auf Flächen des Naturparks Kellerwald-Edersee hat sich Schafhalter Matthias Bauch schon öfters geärgert. Jetzt sind Gartenabfälle oberhalb von Altenlotheim drei seiner Tiere zum tödlichen Verhängnis geworden.

Die Mutterschafe haben in der Gemarkung „Am Hainchen“ in einem Waldstück abgeladene Buchsbaumzweige gefressen und sind innerhalb kürzester Zeit verendet, berichtete Matthias Bauch.

„Die Tiere fingen plötzlich an zu schäumen und zu keuchen, das sind eindeutige Zeichen einer Vergiftung“, sagt der Allendorf/Hardtberger gegenüber der HNA. Zwei Tiere seien in seinem Beisein gestorben. Über ein weiteres totes Schaf habe ihn abends ein Altenlotheimer informiert.

Landschaftspfleger: Die Schafherde hält Wiesen und Heide kurz. 

„Auch wenn das viele vielleicht nicht wissen, aber Buchsbaum ist giftig für Schafe“, stellt Matthias Bauch klar. Zudem seien an der gleichen Stelle auch Rhododendren und Lebensbäume abgeladen worden. „Die sind ebenfalls giftig“, sagt Bauch, der schon seit vielen Jahren mit seiner 400-köpfigen Herde in der Region als Landschaftspfleger für den Naturpark Kellerwald-Edersee im Einsatz ist.

3000 Euro Schaden

Den finanziellen Schaden, den er durch den Verlust der drei Mutterschafe erlitten hat, gibt Bauch mit rund 3000 Euro an. Ums Geld gehe es ihm aber nicht, betont der 41-Jährige. „Das soll eher ein moralischer Appell sein, keine Gartenabfälle in der Natur zu entsorgen.“

Auch sein Vater Ortwin Bauch – Mitglied des Frankenauer Magistrats – hofft, dass durch die Berichterstattung alle aufmerksam gemacht und für die Problematik sensibilisiert werden.

Schafhalter Matthias Bauch hat ansonsten ein gutes Verhältnis zu der Bevölkerung: „Das ist das Schöne in Altenlotheim: Die sagen mir immer Bescheid, wenn irgendwas mit den Schafen ist“, lobt er. 

Das sagt die Geschäftsführerin des Naturparks

„Das war vielleicht kein böser Wille, aber man sollte so etwas lassen“, bekräftigt auch Kristin Gampfer, die Geschäftsführerin des Naturparks Kellerwald-Edersee. Das Gebiet am Hainichen, in dem der Abfall entsorgt wurde, grenze unmittelbar an den Nationalpark an. „Das ist doppelt verwerflich“, sagt Gampfer.

Es habe in der Vergangenheit mehrfach Ärger wegen illegaler Müllentsorgung im Naturpark gegeben. Erst kürzlich seien bei Frankenau sogar Schlachtabfälle aufgefunden worden, berichtet Gampfer.

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