Einsatz mit der Welthungerhilfe

Juliane Krähling aus Allendorf/Hardtberg macht ein Praktikum in Burundi

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Zu Besuch bei einem der Projekte in Burundi: Juliane Krähling aus Allendorf/Hardtberg ist Praktikantin bei der Welthungerhilfe in Burundi.

Allendorf/Hardtberg. Menschen in Not zu helfen, ist ihr ein großes Anliegen: Juliane Krähling aus Allendorf/Hardtberg macht seit Ende April ein dreimonatiges Praktikum bei der Welthungerhilfe in Burundi.

Im HNA-Interview erzählt die 25-Jährige, die in Bonn studiert, warum sie sich in der Organisation engagiert.

Was genau sind Ihre Aufgaben während des Praktikums?

Juliane Krähling: Ich bin für PR- und Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung der Social-Media-Kanäle der Welthungerhilfe in Burundi zuständig. Dabei stelle ich Informationen über unser Landesprogramm und die Projekte zusammen. Hierzu besuche ich Menschen, die wir mit unserer Arbeit erreichen wollen und versuche Eindrücke, wie sich ihre Lebenssituation verändert hat, einzufangen. Außerdem bin ich in die Projektplanung eingebunden. Ich arbeite eng mit einem Praktikanten aus Burundi zusammen, was den kulturellen Austausch fördert und den Zugang zur Bevölkerung aufgrund seiner Sprachkenntnisse erleichtert.

Warum haben Sie sich für dieses Praktikum entschieden?

Krähling: Schon seit geraumer Zeit möchte ich praktische Arbeitserfahrung im Ausland sammeln. Die Welthungerhilfe schreibt immer wieder Praktika aus und so auch die Stelle in Burundi. Da ich mich in meinem Studium mit Ernährungssicherung beschäftigt habe, wollte ich dieses Thema gerne in einem afrikanischen Land vertiefen. Die Welthungerhilfe verfügt über langjährige Erfahrung in Burundi. Daher kam das Angebot für mich zur richtigen Zeit.

Sie arbeiten auch als studentische Aushilfe für die Welthungerhilfe in Bonn. Wieso?

Krähling: Ich wollte nicht nur studieren, sondern auch praktische Erfahrungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit sammeln. Die Welthungerhilfe war mir natürlich bereits ein Begriff, als ich auf eine Stelle als studentische Aushilfe in Bonn aufmerksam geworden bin. Mittlerweile arbeite ich seit Januar 2017 in der Regionaldirektion für West- und Zentralafrika.

Inwieweit hat Ihr Studium Sie auf das Praktikum vorbereitet?

Krähling: Im Studium habe ich mich mit verschiedenen Themen wie Globalisierung und Entwicklung wissenschaftlich auseinandergesetzt. Dieses theoretische Wissen kann ich jetzt mit praktischen Erfahrungen ergänzen und auch auf Herz und Nieren prüfen.

Die Frauen, die sich in Burundi engagieren, nennt man vor Ort „Lichtmütter“. Woher kommt der Begriff?

Krähling: Der Begriff Lichtmütter stammt aus der Landessprache Kirundi und bezeichnet in Burundi freiwillige Sozialarbeiterinnen, die sich für eine gesündere Ernährung von Kleinkindern engagieren. Für mich ist diese wichtige Aufklärungsarbeit sehr eng mit Hoffnung und Zukunftschancen verbunden.

Was ist konkret das Problem bei der Ernährung vor Ort?

Krähling: In Burundi ist die Hälfte der Kinder chronisch unterernährt. Ein Teil des Projektes mit den Lichtmüttern ist es, diese Kinder mit einem speziellen Brei aufzupäppeln, bis sie wieder ein angemessenes Gewicht für ihr Alter haben. Die Mütter lernen in Kursen, wie sie ihre Kinder dauerhaft ausgewogen ernähren können und welche Nährstoffe für die kindliche Entwicklung wichtig sind. Die Welthungerhilfe stellt den Familien außerdem verbessertes Saatgut zur Verfügung, damit sie selbst gesundes Gemüse anbauen können .

Was war bisher das eindrücklichste Erlebnis während Ihrer Zeit als Praktikantin?

Krähling: Ganz besonders sind für mich jedes Mal die Projektbesuche. Dann geht es häufig viele Kilometer abseits der Hauptstraße über staubige, holprige Straßen. Dort sieht man Frauen, die auf dem Feld arbeiten oder die Ernte vor dem Haus trocknen, Männer, die auf rostigen Fahrrädern große Säcke mit Holzkohle oder Bananenbüscheln die steilen Hügel hinaufschieben. Kinder, die Wasserkanister auf dem Kopf transportieren. Es ist beeindruckend, von den Menschen zu erfahren, was sich für sie konkret in ihrem Leben dank unserer Arbeit verändert hat.

Was ist der größte Unterschied zwischen Deutschland und Burundi?

Krähling: Am deutlichsten werden diese wohl im Ausmaß der Unterernährung, das man täglich zu sehen bekommt und bei der Arbeit, die betrieben wird, um die nächste Mahlzeit zu sichern. Eine schöne kulturelle Erfahrung war für mich eine burundische Hochzeit, auf die ich vor einigen Wochen eingeladen war. Während der Zeremonie wurde viel gesungen, geklatscht und sich rhythmisch bewegt. Insgesamt sind die Menschen sehr freundlich und ich durfte schon einige Male eine tolle Gastfreundschaft erleben.

Inwieweit würden Sie ein solches Praktikum auch Anderen empfehlen?

Krähling: Für mich ist meine Zeit in Burundi eine lehrreiche und prägende Zeit, aus der ich mit Sicherheit sehr viel mitnehmen werde.

Wie geht es nach dem Praktikum weiter?

Krähling: Nach dem Ende meines Praktikums Anfang August werde ich ein paar Tage durch Ruanda reisen. Mitte August kehre ich nach Bonn zurück, wo ich mein Studium weiterführen und auch weiterhin bei der Welthungerhilfe als studentische Aushilfe arbeiten werde.

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