Privater Investor will neues Feuerwehrgerätehaus bauen

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Dort soll es hin: Eine Bau-Voranfrage für die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses haben die Wehren schon gestellt und das Okay erhalten. Das Gerätehaus könnte demnach am Ortsausgang von Allendorf/H. in Richtung Geismar entstehen.

Frankenau. Ein Privatinvestor, der namentlich nicht genannt werden möchte, will für die Einsatzabteilungen der Feuerwehren in Allendorf/Hardtberg und Dainrode ein Feuerwehrgerätehaus bauen. Die Wehren beider Ortsteile stellten am Dienstag ein Konzept zur Zusammenlegung ihrer Einsatzabteilungen vor.

Eine Fusion soll es aber erst geben, wenn auch ein gemeinsamer Standort - in welcher Form auch immer - gefunden wird.

Wegen fehlendem Personal arbeiten und üben die zwei Feuerwehren schon länger zusammen. Nun sollen die Einsatzabteilungen offiziell fusionieren, um weiterhin einsatzfähig zu bleiben. Das Parlament in Frankenau muss die Fusion aber noch beschließen.

Eines steht für die Feuerwehren in Allendorf/Hardtberg und Dainrode indes fest: Eine endgültige, durch das Frankenauer Parlament bestätigte Fusion der Einsatzabteilungen wird es nur „unter einem gemeinsamen Dach geben“. „Das wurde innerhalb unserer Feuerwehren einstimmig so beschlossen“, betonte Mario Seitz, Wehrführer in Allendorf/Hardtberg, am Dienstagabend im Frankenauer Hof.

Bei der Sitzung des Frankenauer Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bauausschusses stellte er mit Wehrführer Alexander Küster (Dainrode) das Konzept zur Zusammenlegung der Einsatzabteilungen, das den Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses favorisiert, vor. Wir nennen die Kernpunkte:

Was heißt „unter einem gemeinsamen Dach“? 

Die Wehren wollen ein gemeinsamen Gerätehaus. Darin soll auch genug Platz für die Jugendfeuerwehr sein. „Ein gemeinsamer Standort kostet die Kommune zudem weniger Geld“, sagte Seitz. Die beiden Feuerwehren favorisieren den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses an der Landesstraße am Ortsausgang von Allendorf/Hardtberg in Richtung Geismar. Die Zufahrt zum Gerätehaus soll über die Ellershäuser Straße erfolgen.

Was ist genau geplant?

Ein Neubau mit einer Halle, die Platz für zwei Fahrzeuge bietet. Außerdem sollen getrennte Umkleiden für Frauen und Männer geschaffen werden. Die Jugendfeuerwehr soll einen eigenen Raum bekommen. Außerdem soll es einen Lager- und Technikraum sowie eine Toilette geben.

Wie soll der Neubau finanziert werden? 

Mit einem privaten Investor, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seitz berichtete, dass es eine Privatperson gebe, die das Gerätehaus auf eigene Kosten bauen wolle. Die Wehren in Allendorf/Hardtberg und Dainrode gehen davon aus, dass ein solches Haus 300.000 Euro kostet. Nach der Fertigstellung soll dieses langfristig an die Stadt Frankenau vermietet werden und sich für den Investor nach 25 bis 30 Jahren amortisiert haben. Die Feuerwehren haben einen Finanzplan aufgestellt, wonach die Stadt über diesen Zeitraum eine fixe Miete von monatlich 1400 Euro zuzüglich Nebenkosten an den Eigentümer des Gerätehauses zu zahlen hätte. Hinzu käme ein einmaliger Betrag von 5000 Euro für die Anschaffung von Spinden. Ein Neubau ist laut der Feuerwehren günstiger als die weitere Unterhaltung der beiden bestehenden Feuerwehrgerätehäuser.

Wie würden die Wehren den Neubau unterstützen? 

Sowohl finanziell, als auch mit viel Eigenleistung. Die Feuerwehren und die Stadt erhalten zusammen einen Zuschuss von 30.000 Euro vom Land, wenn die Zusammenlegung der Einsatzabteilungen beider Wehren - die ja schon seit längerer Zeit gemeinsam üben (HNA berichtete) - nun auch im Parlament beschlossen wird. Außerdem soll durch den Verkauf des Gerätehauses in Allendorf/Hardtberg Geld eingenommen werden, das Gerätehaus in Dainrode soll vermietet werden. Das bei einer Fusion überflüssige Tragkraftspritzenfahrzeug sowie die doppelte Ausrüstung sollen ebenfalls verkauft werden. Viele Arbeiten, die in Eigenleistung der beiden Feuerwehren geleistet werden, sollen die Kosten senken.

Ist das Neubau-Konzept nur mit einem privaten Investor möglich, der das Objekt an die Stadt vermietet?

Nein. Die Ausschüsse einigten sich auf Initiative von Hilmar Werner (SPD) darauf, dass noch andere Optionen geprüft werden. Eine Möglichkeit wäre, dass der private Investor das Gerätehaus baut, die Stadt dieses im Anschluss jedoch kauft und nicht anmietet. Oder: Die Stadt baut das neue Feuerwehrgerätehaus selbst. Bei beiden Varianten winken laut Werner Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent.

Ist ein Neubau die einzige Alternative? 

Die beiden Feuerwehren haben in den letzten eineinhalb Jahren mehrere Optionen geprüft. Eine Erweiterung der Gerätehäuser in Allendorf/Hardtberg und Dainrode sei aber wegen hoher Investitionskosten und der schlechten Parkplatzsituation verworfen worden. Die Wehren schauten auch Bestandsgebäude wie Scheunen an, um herauszufinden, ob man diese zu einem Gerätehaus umfunktionieren könnte. Ein passendes Gebäude habe man aber nicht gefunden. Das DGH in Allendorf könne man wegen der dortigen Maße und bestehender Feuerwehr-Richtlinien nicht für ein Feuerwehrgerätehaus nutzbar machen. Die Feuerwehren seien aber für weitere Ideen offen, hieß es.

Wie die Planungen nun konkret weitergehen und was einige Stadtverordnete zur Idee der beiden Wehren sagen, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine 

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