Vorfall in Frankenau

Prozess: Frau schlug auf Kirmes aus Eifersucht zu

Frankenberger Land. Weil sie ihre Konkurrentin auf der Kirmes in Frankenau geschlagen hat, musste sich nun eine 20-Jährige vor dem Amtsgericht in Frankenberg verantworten.

Das Verfahren wurde eingestellt, weil sich die beiden Frauen mittlerweile gut verstehen.

Nach nicht einmal einer halben Stunde war die Verhandlung beendet und Richterin Andrea Hülshorst stellte der Angeklagten noch die abschließende Frage: „War es das denn alles wert?“ Die Antwort der 20-Jährigen aus dem Oberen Edertal kurz und knapp: „Nein.“ Verhandelt wurden am Dienstag vor dem Frankenberger Jugendgericht eine vorsätzliche Körperverletzung und eine Beleidigung.

Die Angeklagte - zum Tatzeitpunkt noch 19 Jahre alt - hatte die neue Freundin ihres Ex-Freundes gewürgt, sie ins Gesicht geschlagen und als „Schlampe“ und „Hure“ beschimpft. Inzwischen haben die beiden Frauen allerdings „ein gutes Verhältnis“, wie die Angeklagte sagte, was auch das Opfer während seiner Aussage bestätigte. Der Vorfall hatte sich im vorigen Jahr auf der Frankenauer Kirmes ereignet.

Angeklagte und Opfer hatten nacheinenader mit demselben jungen Mann eine Beziehung. Zeitweise hatte er laut Aussage der Angeklagten mit ihr ein Verhältnis und mit dem minderjährigen Opfer eine feste Beziehung. Richterin Hülshorst bezeichnete das Verhalten salopp als „Beziehungsrecycling“.

Auf der Kirmes habe die Angeklagte ihren Ex-Freund zur Rede stellen wollen. Später hatte sie das Opfer dann im Festzelt aufgesucht und „sich gepackt“. Später habe sie ihr dann noch „eine verpasst“ und sie beschimpft, wie sie beschrieb. Ärzte attestierten dem Opfer später Prellungen am Kiefer und Quetschungen am Hals.

Die Angeklagte stand zu den Anschuldigungen und räumte ihre Fehler ein, was die Richterin ihr hoch anrechnete. Sie habe nichts beschönigt und auch nicht versucht sich rauszureden - zum Beispiel damit, dass sie leicht alkoholisiert gewesen sei, so Hülshorst. Weiter zeigte die Richterin Verständnis dafür, dass die Angeklagte eifersüchtig gewesen war, belehrte aber gleichzeitig: „Schlagen, das geht gar nicht.“

Das Opfer bestätigte die Aussagen der Angeklagten und beschwichtigte, das sei „alles halb so wild“ gewesen. Schon lange vor dem Gerichtstermin habe sich die Angeklagte bei ihr entschuldigt. Auch direkt vor der Verhandlung hatten die beiden normal miteinander gesprochen.

„Sie haben hier echte Reue gezeigt“, fasste Richterin Hülshorst schließlich zusammen. Da die Richterin kein Strafnotwendigkeit mehr sah, wurde das Verfahren im Einvernehmen mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung eingestellt. Die Angeklagte muss als Ausgleich lediglich 15 Arbeitsstunden leisten.

Von Benedikt Dittrich

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