Nach jahrelangem Vorlauf

Frankenauer Parlament erteilt Planungsauftrag für Ärztehaus

Vorentwurf: So könnte das geplante Medizinische Versorgungszentrum in der Ehlingshäuser Straße in Frankenau aussehen. Auf dem Areal steht derzeit noch die Alte Post.
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Vorentwurf: So könnte das geplante Medizinische Versorgungszentrum in der Ehlingshäuser Straße in Frankenau aussehen. Auf dem Areal steht derzeit noch die Alte Post.

Nach mehrjährigem Vorlauf hat das Parlament jetzt den Startschuss gegeben: Die Frankenauer Stadtverordneten haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Planungsauftrag für das geplante Ärztehaus in der Ehlinghäuser Straße zu vergeben.

Frankenau - Durch den in der Stadtverordnetenversammlung gefassten Beschluss wird der Magistrat ermächtigt, die Planungsarbeiten bis zu einer Höhe von 470 000 Euro zu vergeben. Gleichzeitig soll ein entsprechender Nachtragshaushalt von der Verwaltung eingebracht werden.

Mit 3,6 Millionen Euro veranschlagt

Zielsetzung sei, dass die Bauarbeiten des mit rund 3,6 Millionen Euro veranschlagten Objekts in rund einem Jahr starten könnten, teilte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese auf Nachfrage von Claude Pilger von der Grünen Liste mit. Wenn alles nach Plan laufe, könnte im Oktober die Baugenehmigung vorliegen und danach der Förderantrag für die Mittel aus der Dorferneuerung gestellt werden. Aus dem Programm sollten 1,3 Millionen Euro fließen. „Uns ist verbindlich zugesichert worden, dass der Förderbescheid 2022 vorliegt“, sagte Frese auf Nachfrage von Holger Heck von der SPD-Fraktion, ob eine schriftliche Zusage vorliege.

Teil eines Modellprojektes

Vor der Abstimmung der Stadtverordneten hatte Koordinatorin Katharina Wilke vom Fachdienst Gesundheit die Vorgeschichte des Gesundheitszentrums dargelegt, das die medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum sichern soll. Wie berichtet, ist das Frankenauer Ärztehaus Teil eines Modellprojektes vom Land Hessen, dem Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie der Kommune. Ein vergleichbares Objekt entsteht in Battenberg (HNA berichtete). „Bauantrag und Baugenehmigung sind Voraussetzung für die Fördergelder“, sagte Katharina Wilke. Um die Planungsarbeiten vergeben zu können, werde aber zunächst die Legitimation durch das Parlament benötigt.

Die Stadt Frankenau gehe keine Verpflichtung ein, betonte Frese. Sie werde nur gebraucht, um den Förderantrag zu stellen. Wenn die Baugenehmigung vorliege, springe die vom Landkreis gegründete Gesundheitszentrum Waldeck-Frankenberg GmbH als Bauherr ein. „Alle nicht durch Zuwendungen gedeckelten Kosten werden durch die Mieten später refinanziert“, erläuterte Frese das Konstrukt. Auf Nachfrage von Wilfried Vöhl von der CDU sagte Frese, die Kosten der Gesundheitszentrum Waldeck-Frankenberg GmbH trage zu 98 Prozent der Landkreis und zu jeweils ein Prozent die Städte Frankenau und Battenberg.

„Wenn die Stadt, wie Sie gesagt haben, kein Risiko eingeht, dann können wir als SPD zustimmen“, sagte Holger Heck von der SPD-Fraktion. Karl-Heinz Metz und Uli Metz von den Freien Bürgern kritisierten die schleppende Informationsweitergabe, wodurch kurzfristig habe entschieden werden müssen.

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