Güllebecken mit Guckloch

Umstrittener Güllebehälter bei Frankenau nimmt Gestalt an

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Güllesammelbecken: Der Behälter nahe Frankenau hat bereits im Vorfeld für Unmut gesorgt. Jetzt hat das Beton-Rondell Gestalt angenommen. 

Frankenau – „Vor dem Steckenwald“ nahe Frankenau ist in den vergangenen Wochen ein großes, fünf Meter hohes Betonrondell entstanden. Es handelt es sich um einen 2500 Kubikmeter fassenden Güllebehälter, den der Dainroder Landwirt Olaf Fackiner dort baut.

Rund zwei Jahre später als ursprünglich geplant, hat das 200 000 Euro teure Becken jetzt Gestalt angenommen. Wie berichtet, hatte der geplante Bau, der einen Durchmesser von 25 Meter hat, für Diskussionen gesorgt. Vor allem der Frankenauer Ortsbeirat kritisiert, dass ein solches Sammelbecken nicht in eine Arche-Region passe. Auch Unterschriften gegen das Bauvorhaben waren gesammelt worden (HNA berichtete).

„Der Beton muss jetzt zunächst 30 Tage aushärten“, sagt Olaf Fackiner. Danach müssten 300 Kubikmeter Wasser eingefüllt werden, um die Dichtheit zu überprüfen. Erst dann könnten die Außenfolien angebracht und mit der Verlegung der Anbauteile zum Befüllen und zur Entnahme begonnen werden. „Drei Ingenieure sind schon da gewesen zur Überprüfung und auch die weiteren Arbeiten müssen genau abgenommen werden“, berichtet Fackiner, der auch eine Abdeckung installieren wird, Anpflanzungen vornimmt und die Außenhülle grün streichen will.

Um das Sammelbecken ein wenig aufzupeppen, will der Familienvater zudem der Kellerwaldschule anbieten, dass einige Schüler die Wände zusätzlich bunt verzieren. Und auch wenn sich die Baukosten wegen der Verzögerung im Genehmigungsverfahren um rund 30 Prozent erhöht haben und er viel Gegenwind für das Vorhaben bekam, hat Olaf Fackiner seinen Humor nicht verloren: „Einmal gucken ein Euro“ steht auf einem Zettel, den er für Spaziergänger an der einzigen Fensteröffnung befestigt hat.

Offensichtlich haben viele Passanten nicht nur einen Blick, sondern auch die gewünschte Münze ins Innere des Beckens geworfen, denn nach den Ostertagen hat Fackiner durch die Peepshow der besonderen Art schon sieben Euro auf dem Boden ausgemacht. „Leider sind inzwischen schon wieder einige verschwunden“, sagt er. Das Geld soll dem Förderverein der Kellerwaldschule zugute kommen.

Außer ihm werden am Ende noch vier weitere Landwirte das Becken als Güllelager nutzen: „Zwei konventionelle und zwei Biobetriebe“, so Fackiner und betont: „Es wird nicht mehr Gülle in Frankenau ausgebracht als vorher. Das neue Becken dient nur als Zwischenlager.“ Es sei lediglich gebaut worden, um die gesetzlich vorgeschriebene Lagerkapazität zu erfüllen.

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