Geplanter Windpark Mühlenberg schade dem Tourismus

Windkraftgegner demonstrieren bei Besuch von Umweltministerin Hinz in Frankenau

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Gerhard Eierdanz (links) von den Windkraftgegner trägt Umweltministerin Priska Hinz (rechts) seine Kritik am geplanten Windpark Mühlenberg bei Herzhausen vor. 

Frankenau. Rund 60 Windkraftgegner haben am Mittwoch den Besuch der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz bei einem Tourismus-Kongress in Frankenau genutzt, um ihre Kritik am geplanten Windpark Mühlenberg zwischen Vöhl und Lichtenfels deutlich zu machen. 

„Wo Windräder wachsen, verschwinden die Touristen“, stand auf einigen der Plakate, mit denen rund 60 Windkraftgegner aus der Region am Mittwochmorgen vor der Kellerwaldhalle in Frankenau die Hessische Umweltministerin Priska Hinz empfingen. Die Grünen-Politikerin eröffnete dort einen von ihrem Ministerium veranstalteten Kongress zur Zukunft des Landtourismus

Initiiert hatte die Demo die Bürgerinitiative Mensch und Natur in der Nationalparkregion Kellerwald/Edersee (BI Imne), die verhindern will, dass das Verbands-Energie-Werk (VEW) auf dem Mühlenberg zwischen den Gemeinden Vöhl und Lichtenfels einen Windpark mit bis zu sieben Windrädern errichtet (wir berichteten). Unterstützt wurde die BI vom Bündnis Windveto Waldeck-Frankenberg.

Imne-Sprecher Gerhard Eierdanz (Fürstenberg) stellte in seiner Ansprache an die Ministerin die Kritik in den Vordergrund, dass die Windräder dem Tourismus in der Region schaden würden. Gäste kämen wegen der „tollen Natur“, aber sie wollten keine Windräder nur einen Kilometer vom Nationalpark Kellerwald entfernt sehen. In einem verteilten Flyer gehen die Windkraftgegner von 30 Prozent Einnahmeverlust für das Tourismusgewerbe aus, wenn die Winderäder gebaut würden.

Eierdanz kritisierte auch die seiner Meinung nach misslungene Energiewende in Hessen und Deutschland über. Andere Länder seien bei der Nutzung von Ökostrom wesentlich weiter, brauchten dafür aber keine Windkraft.

Die Ministerin entgegnete den Kritikern, dass ihr der Klimawandel große Sorgen mache. Er verursache einen großen Artenschwund, der mit Natureingriffen für Windräder nicht vergleichbar sei. Nur zwei Prozent der Fläche in Hessen könne überhaupt für Windräder genutzt werden. Diese seien unverzichtbar für eine alternative Energieversorgung.

Und die Anlagen könnten, anders als Atomkraftwerke, wieder abgebaut werden, wenn in 20, 30 Jahren bessere Methoden zur nachhaltigen Energie-Gewinnung entwickelt werden sollten. Eine Aussage, auf die die Demonstranten mit Empörungsrufen und Lachen reagierten.

Nach etwa zehn Minuten setzte die Ministerin ihren Weg in die Kellerwaldhalle fort, wo sie von etwa 180 Kongressteilnehmern erwartet wurde.

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