Frankenberg bekommt Millionen für Bau- und Sanierungsprojekte

Ein Beispiel für Bauprojekte in Frankenberg, die mit Fördergeld bezuschusst wurden oder noch werden: Derzeit wird für 1,1 Millionen Euro ein Wasserpark zwischen Iller & Mones und Uferstraße gebaut. Foto:  Paulus

Die Stadt Frankenberg hat es in den vergangenen Monaten geschafft, mit wenig Eigenanteil und viel Fördergeld große Projekte zu stemmen. Wir haben beim Bürgermeister nachgefragt, wie er an das viele Geld kommt.

Jüngstes Beispiel: der Wasserpark zwischen Iller & Mones und Uferstraße. Von den Investitionskosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro zahlt die Stadt selbst nur 185.000 Euro, rund 915.000 Euro kommen aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Bundes-Programm Stadtumbau West. Weitere aktuelle Projekte sind der Bahnhof, das Bahnhofsumfeld, die Fußgängerzone und das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“, in das Frankenberg kurzfristig noch aufgenommen wurde.

„Man muss sich einfach darum kümmern“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß auf die Frage nach dem vielen Fördergeld. Er halte es dabei nach dem Prinzip des Philosophen Dante Alighieri: „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an - und handelt.“

Natürlich gelte es, Kontakte zu pflegen und Netzwerke zu nutzen, sagt Heß. Dabei habe ihm sein Austritt aus der CDU vor der Bürgermeisterwahl 2012 nicht geschadet. „Ich habe im Laufe meines politischen Lebens einige Entscheidungsträger kennengelernt, auch in Wiesbaden und Berlin. Die Parteizugehörigkeit spielt da eine untergeordnete Rolle.“

Viel wichtiger sei, das Projekt, für das die Fördergelder beantragt werden, möglichst positiv darzustellen und die Perspektiven glaubhaft zu skizzieren, erläutert Heß und spricht vom „Gesamtprojekt Stadt Frankenberg“: „Es hilft nichts, wenn wir uns klein reden. Dann glauben weder wir selbst noch andere an uns - und auch nicht die Investoren.“ Und er sehe staatliche Förderstellen als Investoren an: „Die sollen ein gutes Gefühl haben, wenn sie Geld geben. Und ein gutes Gefühl erreicht man nur mit einer positiven Grundstimmung.“

Heß nennt ein Beispiel: „Die Fördertöpfe für die ’Aktiven Kernbereiche’ waren schon geschlossen. Durch unsere mehrfache Teilnahme am hessischen Wettbewerb ’Ab in die Mitte’ sowie die Ausrichtung der Siegerehrung 2014 konnten wir unsere Stadt so positiv darstellen, dass wir damit Aufmerksamkeit erzielt haben. Durch Aufmerksamkeit entstehen Nachfragen und Interesse - auch von Entscheidungsträgern. Die Dinge entwickelten sich nach dem Motto: Was kann für diese liebenswerte Stadt getan werden, damit sie noch attraktiver wird? Die Sanierung der Fußgängerzone war ja schon von uns angedacht, aber eben ohne die ’Aktiven Kernbereiche’. Dass wir da noch reingelangt sind, verdanken wir letztlich unserer Teilnahme am Wettbewerb ’Ab in die Mitte’ und der positiven Darstellung der Stadt.“

Eine Liste von geförderten Projekten in der Stadt finden Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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