100.000 Euro für neue Ferndiagnostik am Kreiskrankenhaus

Vorstand des Fördervereins des Kreiskrankenhauses: (von links) Birgit Simshäuser, Chefarzt Dr. Thomas Ludolf, Gerlinde Beil, Otto Landau, Günther Seip und Dr. Harald Schmid. Foto:  Battefeld

Frankenberg. Um das medizinische Leistungsspektrum zur Versorgung von Schlaganfall-Patienten am Kreiskrankenhaus Frankenberg zu verbessern, will der Klinik-Förderverein die Installierung einer sogenannten Teleneurologie mit 100.000 Euro unterstützen.

Einen entsprechenden Beschluss fassten die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung des 233 Mitglieder zähelnden Fördervereins, in der das komplette Vorstandsteam wiedergewählt wurde.

Bei der Teleneurologie kann mit Hilfe einer speziell für die Medizintechnik zugelassenen Datenübertragung per Videoschaltung eine Ferndiagnostik durchgeführt werden. „Patienten können damit jederzeit live einem Spezialisten vorgestellt werden und müssen nicht immer verlegt werden“, erläuterte Chefärztin Dr. Elisabeth Pryss, als sie das neue Projekt vorstellte. Ein Teleneurologe eines spezialisierten Zentrums könne auf diese Weise den Internisten am Frankenberger Kreiskrankenhaus bei der Untersuchung beobachten, begleiten und anleiten und ihn und seine Angehörigen befragen.

„Wissen und Expertise kommen nach Frankenberg - der Patient kann hier bleiben“, brachte Dr. Pryss die Vorteile der Teleneurologie auf den Punkt. Man plane zudem, einem überregionalen Netzwerk beizutreten.

Die ganze Technik würde 100 000 Euro kosten, teilte Dr. Schmid mit. Folgekosten und Personalkosten seien Sache des Kreiskrankenhauses. Mit Hilfe des Fördervereins solle das Verfahren zeitnah an der Klinik etabliert werden, damit das Angebot bereits Anfang Mai starten könne.

„Das dürfte für die Bevölkerung ein großer Segen sein“, sagte der Vereinsvorsitzende, der davon ausgeht, dass die Schlaganfallrate in Hessen bis zum Jahre 2050 um 70 Prozent ansteigen wird. „Wir sind bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten schon auf einem hohen Niveau und das kann jetzt noch weiter verbessert werden.“

Der Förderverein des Kreiskrankenhauses, der vor zehn Jahren gegründet wurde, habe mittlerweile insgesamt 470 000 Euro an Spenden übergeben können, teilte Dr. Schmid mit. Gefördert worden seien unter anderem die Sanierung der kardiologischen Überwachungsstation, die Einrichtung des Herzkatheterlabors sowie die Anschaffung eines Kernspintomographen. „Dieses Jahr wird die halbe Million voll. Das ist Ihnen mit zu verdanken“, rief er den Vereinsmitgliedern zu.

Das Kreiskrankenhaus befinde sich derzeit „im Aufwind“, so der ehemalige Chefarzt. Die Qualität setze sich durch, die Patientenzahlen gingen nach oben und die finanzielle Situation verbessere sich. „Was die Bevölkerung gibt, erhält sie im Krankeitsfall zurück“, appellierte er an die Spendenbereitschaft der Allgemeinheit.

Von Susanna Battefeld

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