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2G-Regel im Einzelhandel in Frankenberg gilt nicht mehr, aber FFP2-Maskenpflicht

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Von: Kira Müller, Thomas Hoffmeister

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Auf die FFP2-Maskenpflicht, die jetzt auch im Lebensmittel-Einzelhandel gilt, weisen hier bei Edeka Schwebel in Frankenberg Mitarbeiterin Jessica Weber und Jannik Schwebel-Schmitt, Mitglied der Geschäftsführung, hin.
Auf die FFP2-Maskenpflicht, die jetzt auch im Lebensmittel-Einzelhandel gilt, weisen hier bei Edeka Schwebel in Frankenberg Mitarbeiterin Jessica Weber und Jannik Schwebel-Schmitt, Mitglied der Geschäftsführung, hin. © Thomas Hoffmeister

Die 2G-Regel gilt seit Montag, 7. Februar, nicht mehr im hessischen Einzelhandel. Dafür müssen jetzt alle Kunden FFP2-Maske tragen – auch in Supermärkten.

Frankenberg – „Für uns ist das eine längst fällige Entscheidung, um zumindest eine Gleichbehandlung im Einzelhandel herzustellen.“ Das sagt André Kreisz, der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins Frankenberg, zur Abschaffung der 2G-Regel im hessischen Einzelhandel.

„Der enorme personelle Kontrollaufwand mit den trotzdem noch beschränkten Zugangsmöglichkeiten fallen weg. Es stehen wieder alle Zugänge offen.“

Die seit dem 7. Februar geltende Änderung sei „nachvollziehbar und verantwortbar“, sagt Kreisz und versichert, dass weiterhin alle Hygienekonzepte umgesetzt würden. Die nun eingeführte FFP2-Maskenpflicht schütze Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen.

„Wir hoffen, dass dieses Signal ein großer Schritt in Richtung Normalität wird“, sagt Kreisz. In seinem Modehaus Eitzenhöfer ziehe das Anlassgeschäft bereits deutlich an. „Hier zeigt sich der Optimismus unserer Kunden auf wieder stattfindende Festivitäten.“

„Man hatte immer das Gefühl, man hat den Leuten in die Tasche geschaut“

Auch im Bekleidungshaus Leber in der Röddenauer Straße in Frankenberg ist eine Erleichterung zu spüren: „Es ist schöner, einfacher und auch für die Kunden angenehmer“, sagt Verkäuferin Inge Binder.

Die Kunden müssen so nun nicht mehr im Eingangsbereich stehen bleiben und warten, bis kontrolliert wurde, ob sie genesen oder geimpft sind. Die Mitarbeiter würden nun auf einen Blick sehen, ob die Kunden die richtige Maske tragen.

Probleme habe es am 7. Februar noch keine gegeben. „Für den Notfall haben wir die ein oder andere FFP2-Maske auch hier“, sagt Binder.

Sie und ihre Kollegen sind froh über die gekippte 2G-Regelung. „Man hatte immer das Gefühl, man hat den Leuten in die Tasche geschaut“, sagt sie.

Erleichterung für Verkäufer und Kunden

Ähnlich sieht es bei Ernsting´s Family im Frankenberger Tor aus. Die meisten Kunden hätten auch schon vor der Pflicht FFP2-Masken getragen und so gebe es keine Diskussionen, erklärt eine Verkäuferin. Es sei keine große Umstellung und „läuft alles ineinander über“.

Erleichterung auch bei Ernsting´s Family im Frankenberger Tor über die gekippte 2G-Regelung.
Erleichterung auch bei Ernsting´s Family im Frankenberger Tor über die gekippte 2G-Regelung. © Kira Müller

Eine Erleichterung sei es aber alle mal: „Nicht nur für uns, sondern auch für die Kunden“, sagt sie. In Frankenberg habe es aber auch mit den 2G-Kontrollen am Eingang nie Probleme gegeben: „Die Kunden sind nett und verständnisvoll“, erklärt die Mitarbeiterin.

Viele Kunden seien aber in den vergangenen Wochen dennoch nicht zum Einkaufen gekommen. „Es war sehr ruhig, aber das wird jeder Einzenhändler sagen.“

FFP2-Maskenpflicht in Supermärkten – Kunden zeigen Verständnis

Die FFP2-Pflicht gilt seit Montag, den 7. Februar, nun auch in Supermärkten und Drogerien, die von der 2G-Regel ausgenommen waren; eine medizinische Maske reicht nicht mehr aus.

„Wir sprechen unsere Kunden darauf an. Die allermeisten reagieren mit Verständnis“, sagt Jannik Schwebel-Schmitt, Mitglied der Geschäftsführung des Frankenberger Edeka-Lebensmittelmarktes Schwebel, zu der neu geltenden Pflicht, beim Lebensmittel-Einkauf die sichereren FFP2-Masken zu tragen.

„Die meisten Kunden wussten bereits Bescheid“, berichtet Schwebel-Schmitt. Für den Einzelhandel – also beispielsweise für Bekleidungsgeschäfte – bedeute die Neuregelung eine Lockerung, die er sehr begrüße.

„Wir sind jetzt meilenweit besser dran als zu Beginn der Corona-Pandemie“

Im Lebensmittelbereich gebe es in Corona-Zeiten „immer mal wieder Engpässe“, sagt Schwebel-Schmitt. In der vergangenen Woche habe es beispielsweise Lieferprobleme für Toilettenpapier und Papiertaschentücher gegeben. Dafür seien aber keine neuen Hamsterkäufe verantwortlich gewesen, sondern Probleme in der Zellstoff-Produktion.

„Wir sind jetzt meilenweit besser dran als zu Beginn der Corona-Pandemie“, sagt Jannik Schwebel-Schmitt und erinnert an Schul-Schließungen und nächtliche Ausgangssperren.

Er und alle Mitarbeiter des Lebensmittelmarktes wünschten sich, dass irgendwann die Kunden wieder ohne Maske einkaufen und die Mitarbeiter ohne Maske bedienen dürften. „Das wäre ein Tag, auf den wir alle mit einem Glas Sekt anstoßen würden“, sagt er. Bis dahin müssten jedoch die jeweils geltenden Verordnungen – wie aktuell das Tragen von FFP2-Masken – eingehalten werden.

Die Schwebel-Mitarbeiter seien „zu fast 98 Prozent“ geimpft und größtenteils auch bereits geboostert, berichtet Jannik Schwebel-Schmitt. Die nun erforderlichen FFP2-Masken werden im Geschäft zum Stückpreis von 77 Cent auch verkauft. (Thomas Hoffmeister und Kira Müller)

Das sind die aktuellen Regeln

Im hessischen Einzelhandel ist die 2G-Regelung aufgehoben worden. Stattdessen wird den Kunden ab 16 Jahren das Tragen von FFP2-Masken vorgeschrieben, heißt es auf der Internetseite des Landes Hessen – das gilt auch in Supermärkten und der Drogerie.

Bei Kindern unter sechs Jahren besteht weiterhin keine Maskenpflicht; bei Kindern bis einschließlich 15 Jahre ist die medizinische Maske vorgeschrieben.

Zusätzlich wurden die inzidenzabhängigen Hotspot-Regeln aufgehoben, stattdessen gilt landesweit inzidenzunabhängig die Festlegung von 2G-Plus für öffentliche Veranstaltungen: In Innenbereichen greift diese Regel ab 10 Teilnehmenden, draußen ab 250 Teilnehmern.

Des Weiteren gilt 2G-Plus z.B. in Freizeiteinrichtungen, Museen, Sportstätten und bei touristischen Übernachtungen. Die neuen Regelungen gelten seit Montag, 7. Februar, bis voraussichtlich zum 6. März.

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