Am Anfang gab es eine große Durststrecke 

30 Jahre Wochenmarkt in Frankenberg: Eine Erfolgsgeschichte

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Sie prägen den Wochenmarkt der Landfrauen: (von links) Marktleiterin Marianne Schüler, Marktinitiatorin Elfriede Höhne und Anbieterin Helga Valentin gehören zu den Frauen der ersten Stunden und sind auch heute noch aktiv.

Frankenberg. Mit einer solchen Erfolgsgeschichte hätte beim Start des Wochenmarkts der Landfrauen am 27. Juni 1987 keine der Marktfrauen gerechnet.

 „Es war ein Wagnis und am Anfang mussten wir große Durststrecken durchstehen“, sagt Marianne Schüler (Dainrode), von Anfang an Marktleiterin. Heute, nach 30 Jahren, sei das Angebot von Gemüse, Wurst, Käse, Brot, Marmelade und anderen Lebensmitteln aus der Region, gefragter denn je. „Regionale Lebensmittel, dieses Schlagwort war 1987 nicht so verbreitet wie heute“, sagt Elfriede Höhne, die Initiatorin des Wochenmarkts.

Die Anfänge

Die damalige Mitarbeiterin des Landwirtschaftsamtes hatte die Aufgabe, nach zusätzlichen Einkommenquellen für Bauernhöfe zu suchen. Für die Direktvermarktung auf einem Wochenmarkt fand sie Unterstützung bei den Landfrauen. Der Bezirksverein Frankenberg, dessen Geschäftsführerin Höhne damals war, übernahm die Trägerschaft für den Markt und Frauen aus verschiedenen Ortsverbänden erklärten sich bereit, ihre selbstproduzieren Lebensmittel anzubieten. Mit Unterstützung durch den damaligen Frankenberger Bürgermeister Helmut Eichenlaub kam der Wochenmarkt in der Rathausschirn zustande.

Die Flaute und die Wende

Nach Anfangsschwierigkeiten lief es. „Eine Flaute erlebten wir Ende der 1990er-Jahre, als langjährige ältere Kunden nicht mehr zum Einkaufen kommen konnten“, schildert Elfriede Höhne. Doch seit 15 Jahren steige die Zahl der Kunden. „Verbraucher legen mehr und mehr Wert auf Produkte, von den sie wissen, wo und wie sie produziert werden. Lebensmittelskandale, mehr Bewusstsein für gesundes Essen und Klimaschutz spielen da eine Rolle“, sagt sie.

Die Auszeichnungen

Mit mehr als einem Dutzend Marktständen in und vor der Rathausschirn findet der Markt jeden Samstag von 8.30 bis 12.30 Uhr statt – und belebt damit auch die Frankenberger Altstadt. Dafür wurden die Betreiber geehrt – als Landessieger beim Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive“. Die 30-Jahr-Feier am kommenden Samstag gehört zu der aus dem Wettbewerb geförderten Veranstaltungsreihe der Stadt Frankenberg.

Zuvor freuten sich die Marktfrauen über die Auszeichnung als schönster Markt Europas, die sie 2008 von der Stiftung Lebendige Stadt in Dortmund in der Kategorie „Pfiffige Idee“ erhielten.

Grund für den Erfolg

Doch am meisten freut Marianne Schüler und Elfriede Höhne, dass sich der Markt so lange gehalten hat. Ähnliche Versuche in der Region scheiterten. Neben dem Durchhaltevermögen und dem regionalen Angebot führen Schüler und Höhne den Erfolg auch auf das schöne Ambiente in der Rathausschirn zurück – und die persönlichen Kontakte zu den Kunden.

Die Zukunft

30 Jahre lang haben sich Elfriede Höhne (84) – als „guter Geist“, wie Marianne Schüler (65) sagt – und die Marktleiterin selbst für den Wochenmarkt eingesetzt. Sie denken nun daran, sich zurückzuziehen. Ein Nachfolger für Schülers Wurststand sei in Sicht. Anstelle der langjährigen Marktfrau Silvia Kevekordes bietet bereits Marius Senge Salat, Kartoffeln und Gemüse an. Hoffnung für die Zukunft gebe, dass gerade jungen Kunden regionale Produkte wichtig seien, sagt Elfriede Höhne.

Blick zurück: 1988 machten die Marktfrauen mit einem Wagen beim Umzug beim Hessentag in Hofheim im Taunus Werbung für den Hessentag 1989 in Frankenberg.

Das Programm zur Feier 

Zur 30-Jahr-Feier am Samstag, 1. Juli, ist der Wochenmarkt mit den üblichen Verkaufsständen in der Rathausschirn von 8.30 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Festprogramm findet vor dem Alten Rathaus statt, der Obermarkt ist in dem Bereich für den Verkehr gesperrt. 

• 10 Uhr: Die Jagdhornbläser Frankenberg eröffnen das Programm, gefolgt von der Eröffnungsrede durch die Ehrenvorsitzende der Bezirkslandfrauen, Ruth Tijssen-Waller, sowie Grußworten von Bürgermeister Rüdiger Heß, der Präsidentin des Hessischen Landfrauenverbandes, Hildegard Schuster, und Landrat Dr. Reinhard Kubat. 

Danach folgen stündlich Vorführungen: 

• 12 Uhr: Kinderlandjugendgruppe Geismar 

• 13 Uhr: Trommelgruppe Sachsenberg • 14 Uhr Line-Dance-Gruppe der Landfrauen Schreufa und Basdorf 

• 15 Uhr Pop-Chor Schreufa 

• 15.30 Uhr: Kindertanzgruppe der Landfrauen Sachsenberg. 

Die Ölmühle Haubern wird vor Ort Raps pressen, zwischen 12 und 13 Uhr kann gekäst werden. Marktfrau Ute Siefert-Saalfrank bereitet dafür Milch in einem Bottich vor. Kindern können den Käse in Förmchen schöpfen und mit nach Hausen nehmen. Zur Stärkung gibt es Kaffee und Kuchen, Bratwurst. Spießbraten und Frikadellen, Bei einer Verlosung sind wertvolle Preise zu gewinnen. Der Erlös kommt dem stationären und dem ambulanten Hospiz in Frankenberg zugute. Busshuttle Die Stadt Frankenberg bietet einen kostenlosen Bus-Shuttle-Dienst für alle Stadtteile an. Hinfahrten ab 10 und 14 Uhr, Rückfahrten ab 13 und 17 Uhr. Der Fahrplan ist zu finden auf www.frankenberg-eder.de – auf der Startseite nach unten scrollen und den Artikel „30 Jahre Wochenmarkt“ öffnen. (mab)

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