Abgas-Affäre: Autos erhalten neue Software

Nach der Abgas-Affäre des VW-Konzerns ist die erste Welle von Nachrüst-Aktionen angelaufen. Im Frankenberger Autohaus Maurer erhielt ein VW Passat ein Software-Update.

Bundesweit sind etwa 2,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. „Wir kriegen das ganz gut hin“, sagt Frank Maurer, Obermeister der Kfz-Innung in Waldeck-Frankenberg. „Die meisten unserer Kunden sind sehr entspannt.“

Im September 2015 war bekannt geworden, dass VW mit einer speziellen Motor-Software die Abgaswerte so manipuliert hat, dass die strengen US-Grenzwerte eingehalten werden. Die Software erkennt nach einem Bericht des „Spiegel“, ob sich das Auto auf einem Prüfstand oder im realen Fahrbetrieb befindet. Der Unterschied: Im realen Fahrbetrieb wurden bei einem VW Jetta VI „15- bis 35 mal“ höhere Stickstoffwerte gemessen.

„Ich find’s blöd“, sagt Frank Maurer, der sich als VW-Händler aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen möchte. „Das muss jetzt so schnell wie möglich für alle betroffenen Pkw und Nutzfahrzeuge geregelt werden.“ Fachleute hätten gewusst, dass die strengen US-Abgasnormen nicht zu erreichen seien. Maurer: „Die Kollegen anderer Marken waren alle erstaunlich ruhig.“

Nicht nur beim Abgas-, sondern auch beim Kraftstoffverbrauch soll VW geschummelt haben. Dazu soll beispielsweise Diesel ins Motoröl gemischt worden sein. Die Testzyklen seien in aller Regel „unrealistisch“, sagt Maurer. Für die Verbrauchstests fahre man „mit drei bar Reifendruck und ausgeschalteter Klimaanlage“.

Dass über acht Monate seit Bekanntwerden der Affäre vergangen sind, begründet Maurer damit, dass erst nach Erreichen der Grenzwerte die Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt erfolgte.

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