Freier Blick auf Klostergebäude

Abriss am Landratsamt: Zulassungsstelle in Frankenberg zieht um

Der Ostflügel des Landratsamtes in Frankenberg soll abgerissen werden. Der Anbau neben dem ehemaligen Kloster stammt aus den 1960er-Jahren.
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Der Ostflügel des Landratsamtes in Frankenberg soll abgerissen werden. Der Anbau neben dem ehemaligen Kloster stammt aus den 1960er-Jahren.

Der 60er-Jahre-Bau, Ostflügel des Landratsamts, wird abgerissen. Damit wird der Blick auf das historische Klostergebäude aus dem 13. Jahrhundert in Frankenberg frei. Die im Ostflügel untergebrachten Behörden ziehen um.

Frankenberg - Im Landratsamt in Frankenberg, dem ehemaligen Kloster St. Georgenberg, stehen die tiefgreifendsten baulichen Änderungen seit rund 60 Jahren bevor: Der in die Jahre gekommene Ostflügel zum Stadtzentrum hin soll, wie berichtet, abgerissen werden, um den Blick auf das historische Ensemble freizugeben. Zur Vorbereitung der Bauarbeiten ziehen die Zulassungs- und Führerscheinstelle, die dort bisher untergebracht sind, innerhalb Frankenbergs in die Auestraße 12.

Die beiden Ämter sind daher vom 14. bis 21. Juni nicht erreichbar. Die Abrissarbeiten am Ostflügel auf dem Kloster-Gelände sollen dieses Jahr im Juli starten, teilte der Landkreis mit.

Am neuen Standort in der Auestraße werde übergangsweise eine mobile Systembaueinheit aufgebaut, sodass der Fachdienst Verkehr dort ab dem 22. Juni seine Dienstleistungen „uneingeschränkt und wie bisher für alle Kunden“ anbieten könne. „Das ist aber nur eine Übergangslösung für die sehr publikumsintensiven Anlaufpunkte unserer Verwaltung“, machen Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese deutlich.

„Wir befinden uns in Gesprächen mit dem Frankenberger Unternehmen Finger-Haus, das in Frankenberg die Errichtung eines Geschäftsgebäudes plant“, berichten Kubat und Frese. Finger-Haus bestätigte auf Nachfrage die Neubau-Pläne und die Gespräche mit dem Landkreis, wollte zum derzeitigen Zeitpunkt aber noch keine Details zu der genauen Nutzung nennen.

Der Landkreis teilte in seiner Pressemeldung mit, er werde dort die notwendigen Räume auf Dauer anmieten und ein umfassendes und alle Möglichkeiten digitaler Technologie nutzendes Serviceangebot vorhalten. Nach derzeitigen Planungen werde der Fachdienst Verkehr voraussichtlich im Herbst 2023 den Betrieb am neuen Standort aufnehmen können.

„Hintergrund für die Entscheidung, das Gebäude abzureißen, war letztlich der aufgelaufene Sanierungsbedarf“, erläutert Baudezernent Karl-Friedrich Frese. „Es hätte dringend auf den neuesten Stand gebracht werden müssen, vor allem in energetischer Hinsicht.“ Nach vorsichtigen Schätzungen wäre dafür ein finanzieller Aufwand in Höhe von ungefähr 1,3 Millionen Euro notwendig gewesen.

Gemeinsam mit der Stadt Frankenberg habe der Landkreis „eine gute Lösung gefunden“ – und eine Übertragung des Traktes angeboten sowie den Verkauf des zugehörigen Grundstücks. Dieses Angebot habe sich im Einklang mit den Konzepten zur städtebaulichen Entwicklung der Stadt Frankenberg befunden, so dass beide Vertragspartner zu einer gemeinsamen Übereinkunft gekommen seien.

„Die Stadt Frankenberg wird den Ostflügel zum 1. Juli dieses Jahres übernehmen und in angemessener Frist den Abriss vornehmen. Das Grundstück wird in die städtebaulichen Planungen einbezogen“, teilte der Landkreis mit.

Durch die Aufgabe des Ostflügels gehen dem Kreis zwar rund 1000 Quadratmeter Bürofläche sowie über 500 Quadratmeter Keller- und Lagerraum verloren. Die Fachdienste Bauen, Umwelt und Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz werden aber ebenfalls vorübergehend eine neue Unterkunft auf dem ehemaligen Stölcker-Gelände in Schreufa finden. „Das stellt uns vor organisatorische Herausforderungen, für die wir aber im Interesse der Bürger und unserer Mitarbeitenden angemessene Lösungen gefunden haben“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat.  Von Jörg Paulus

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