Adventszeit: Spendenbereitschaft jetzt besonders groß

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Ein Beispiel für Spendenbereitschaft: Schulleiter Stefan Hermes (hinten rechts) und Musiklehrer des Frankenberger Gymnasiums Edertalschule übergaben 1100 Euro an das Frankenberger Netzwerk Integration. Es ist der Erlös aus dem Adventskonzert.

Waldeck-Frankenberg. Im Advent spüren die gemeinnützigen Organisationen im Landkreis eine starke Bereitschaft zum Spenden.

Wegen der vielen Flüchtlinge steigt gleichzeitig der Bedarf an Geld- und Sachspenden.

Sowohl viel Geld als auch Ware erreicht zum Beispiel die Tafel in Bad Wildungen zu dieser Jahreszeit. Vor allem haltbare Süßwaren seien dabei. Davon könne die Tafel noch lange zehren, berichtet Gerhild Schläper. Geldspenden seien aber nötig, damit die Tafel für die 340 Menschen, die sie versorgt, das Jahr über Lebensmittel zukaufen kann.

Bis zu drei Viertel der Spenden des Jahres erhalten die gemeinnützigen Stiftungen Bethel alleine im November und Dezember, sagt ein Sprecher. Seiner Einschätzung nach spenden jetzt viele wegen der Flüchtlinge. „Nach den Anschlägen von Paris sank die Hilfsbereitschaft aber etwas. Vorher war die Euphorie groß.“

„Ich beobachte insgesamt zur Advents- und Weihnachtszeit eine erhöhte Spendenbereitschaft der Menschen in unserer Region“, sagt Ernst-Dieter Mankel von der Frankenberger Tafel. Die Bereitschaft, Geld für die kirchliche Arbeit zu spenden, sei „ungebrochen hoch“, heißt es vom Kirchenkreis der Eder. Aus der Sicht von Dr. Wolfgang Werner, Geschäftsführer der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg, ist das Spendensammeln schwieriger geworden. „Es gibt immer mehr Bedarf an Hilfe, weil der Staat gesellschaftlich wichtige Dinge zurückfährt.“ Die Menschen spendeten allgemein viel, jedoch hätten es Organisationen schwieriger, weil die Konkurrenz wachse. Spendenaufrufe müssten daher professionell sein und sich am besten auf ein konkretes Projekt beziehen. „In der Vorweihnachtszeit spenden einzelne besonders viel“, sagt Werner.

Das Engagement für Flüchtlinge beziehe sich bislang vor allem auf ehrenamtliche Tätigkeiten und Sachspenden.

Ernst-Dieter Mankel von der Frankenberger Tafel ist der Ansicht, dass sich auch das Flüchtlingsproblem auf die Spendenbereitschaft auswirkt. Nicht nur Geld, auch viele Sachspenden erhielten Einrichtungen wie die Tafel derzeit. Die Bevölkerung sei allgemein offen für Menschen, die aus Krisenregionen hierher kommen.

Wegen der Flüchtlinge gebe es nun mehr Bedürftige. Die Wartelisten der Tafel wachsen an. Das Spendenaufkommen sei im Vergleich zum vorigen Jahr etwas gewachsen. Zum einen hätten die Spender die Flüchtlinge im Blick. Zudem sei die Tafel inzwischen in Frankenberg als Hilfsorganisation etabliert. „Die Spender wissen, für wen sie spenden.“

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