Ambulantes Hospiz eröffnet Trauercafé in Frankenberg

Frankenberg. Für Trauernde gibt es mit dem neuen Trauercafé des Ambulanten Hospiz in Frankenberg jetzt eine Anlaufstelle, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die beiden Leiterinnen stellten das Projekt vor.

„Eigentlich wollen alle in erster Linie nur reden“, sagt Trauerbegleiterin Elfi Simshäuser, die seit März zusammen mit Renate von Wintzingerode in den Räumen des Treffpunktes ein offenes Trauercafé des Ambulanten Hospiz anbietet.

Die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hospiz in Frankenberg absolvieren für ihre ehrenamtliche Tätigkeit gerade eine 256 Stunden umfassende Weiterbildung, die sie in die Lage versetzt, Trauernden Halt zu geben, ihren Weg ein Stück weit mitzugehen und sich das anzuhören, was vielleicht sonst niemand mehr hören möchte.

„Die Angehörigen zuhause können es oft gar nicht mehr hören“, so die Erfahrung der ausgebildeten Krankenschwester Elfi Simshäuser. Anfangs habe sie sich noch einen thematischen Schwerpunkt überlegt, sei davon aber schnell wieder abgekommen. „Der Austausch untereinander - das ist das, was die Teilnehmer wollen“. Es sei hilfreich, wenn sie mit anderen Betroffenen reden können. „Sie können sich gegenseitig stützen.“

Trauer sei eine sehr persönliche und schwerwiegende Erfahrung für jeden Menschen. Entsprechend verschieden gehe auch jeder damit um. „Wir möchten den Trauernden helfen zu merken, dass irgendwann mal wieder Licht am Ende des Tunnels ist.“

Als festes „Ritual“ zünde jeder zu Anfang eine Kerze für den Verstorbenen an und erzähle, warum er da sei, erläutert Simshäuser. „Wer zum ersten Mal dabei ist, macht das aber erst zum Schluss. Keiner wird bei uns zum Reden gezwungen“, betont sie.

Das Trauercafé sei ein niederschwelliges Angebot, zu dem jeder kommen könne. Deshalb gebe es auch keine feste Gruppe. „Man kann unangemeldet kommen“, sagt die Frankenbergerin.

Von Susanna Battefeld

Was die Trauerbegleiterinnen Elfi Simshäuser und Renate von Wintzingerode mit dem Thema "Tod und Trauern" verbinden und wer bisher das Trauercafé besucht hat, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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