Corona erschwerte Arbeitsbedingungen

Ambulantes Hospiz Frankenberg: Besuchsverbot bei Patienten traf hart

Der neu gewählte Vorstand des Vereins Ambulantes Hospiz Frankenberg: (von links) Christian Berreth, Marie-Luise Hartmann, Bärbel Schwertmann, Vorsitzende Elfi Simshäuser, Gudrun Sasse, Renate von Wintzingerode. Es fehlt Dr. Harald Wahl.
+
Der neu gewählte Vorstand des Vereins Ambulantes Hospiz Frankenberg: (von links) Christian Berreth, Marie-Luise Hartmann, Bärbel Schwertmann, Vorsitzende Elfi Simshäuser, Gudrun Sasse, Renate von Wintzingerode. Es fehlt Dr. Harald Wahl.

Die vergangenen beiden Jahren waren schwierig für den Verein Ambulantes Hospiz Frankenberg. Das Besuchsverbot war das eine schlimme Zeit für Angehörige und Sterbende.

Frankenberg - In der Jahreshauptversammlung wurden folgende Mitglieder im Amt bestätigt: Erste Vorsitzende: Elfi Simshäuser, Zweite Vorsitzende: Bärbel Schwertmann, Kassierer: Christian Berreth, Schriftführerin: Gudrun Sasse, Beisitzer: Renate von Wintzingerode, Marie-Luise Hartmann, Dr.Harald Wahl.

Im Anschluss schilderte Elfi Simshäuser die wegen Corona schwierigen Bedingungen der beiden vergangenen Jahre. Habe es 2019 noch 66 Sterbebegleitungen in Hospiz und Altenheimen gegeben, seien es 2020 nur noch 40 gewesen. „Durch das Besuchsverbot war das eine schlimme Zeit für Angehörige und Sterbende“, sagte die Vorsitzende. Die Pandemie habe zudem weitere Pläne verhindert, etwa die Vorstellung der Arbeit des Vereins in Schulen. Eine große Nachfrage gibt es nach wie vor beim Trauercafé, das jeden zweiten Mittwoch im Monat in den Räumen des Hospizes stattfindet. Im Schnitt nehmen 15 Trauernde daran teil.

Geplant ist die Errichtung einer so genannten „Begegnungsbank“ mit Infos zum Hospiz-Verein. „Hier soll die Bereitschaft zum Gespräch signalisiert werden“, so Simshäuser.

Des Weiteren ist die Gründung einer „Kindertrauergruppe“ in Vorbereitung. Sie wird wahrscheinlich im Treffpunkt Frankenberg stattfinden und sich vor allem an betroffene Kinder im Kita- und Grundschulalter richten.

Bärbel Schwertmann berichtete von verschiedenen Fortbildungen, etwa einer Ganztagssitzung „Begleitende Hände“ am 30. Oktober und Supervisionen mit Dr. Jutta Schmid. Angeboten werden sollen auch vierstündige Kurse zum Thema „Letzte Hilfe“.

Die Vereinssatzung wurde in Absprache mit dem Finanzamt den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Von Marise Moniac

Versuchen, die Angst zu nehmen

Volker Barth, Facharzt für Anästhesiologie, informierte über die Arbeit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Waldeck-Frankenberg mit Sitz in Korbach.

Das Palliativnetz versorge den ganzen Landkreis; in seinen Anfangszeiten 2009 seien zwölf Patienten betreut worden, 2020 bereits 348. Das Recht auf palliative Versorgung bestehe seit 2007 und könne auch eingefordert werden. Eine Zuzahlung sei nicht notwendig.

Die SAPV betrifft alle Patienten ab 18 Jahren mit einer palliativen Diagnose, bei denen also nicht mehr die Heilung der Krankheit im Vordergrund steht, sondern nur noch das Lindern der Symptome. Das Ziel bestehe darin, schwerkranken und sterbenden Menschen in der letzten Lebensphase ein menschenwürdiges und weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. „Wir versuchen, allen die Angst zu nehmen“, sagte Barth.

Binnen drei Werktagen nach der Information durch den Hausarzt sucht ein Mitarbeiter des Palliativnetzes den Patienten auf und bespricht ausführlich die Situation. Danach werden ein Medikamentenplan erstellt und die Therapie besprochen. Dazu gehören auch eine 24-Stunden-Rufbereitschaft, wöchentliche Visiten und eine gewisse medizinische Anleitung der Familienmitglieder, etwa beim Spritzen. Barth empfahl, nicht zu lange zu warten. „Je eher wir den Patienten kennenlernen, desto besser ist es, auch damit Leerstellen an den Wochenenden vermieden werden.“

Kontakt: Palliativnetz Waldeck-Frankenberg gGmbH, Waltershäuser Straße 2, 34497 Korbach. Telefon: 0 56 31/98 77 433 oder: info@palliativnetz-waldeck-frankenberg.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.