Anders als in Marburger Oberstadt

In Frankenberger Fußgängerzone kein Bedarf für Maskenpflicht

Menschenleere Fußgängerzone: In Frankenberg hält Bürgermeister Rüdiger Heß derzeit eine erweiterte Maskenpflicht nicht für erforderlich.
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Menschenleere Fußgängerzone: In Frankenberg hält Bürgermeister Rüdiger Heß derzeit eine erweiterte Maskenpflicht nicht für erforderlich.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gilt an zahlreichen öffentlichen Straßen und Plätzen Maskenpflicht. In Frankenberg sieht Bürgermeister Rüdiger Heß dazu keine Notwendigkeit.

Marburg/ Frankenberg – Wer am Marburger Bahnhof aus dem Zug steigt, muss die Maske ab sofort auch auf dem Weg in die Oberstadt aufbehalten. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf muss der Mund-Nasen-Schutz nämlich inzwischen an deutlich mehr Orten getragen werden. Dazu gehören nicht nur die gesamte Oberstadt und der Bahnhof, sondern auch die Bahnhofstraße, zahlreiche Parks und Plätze, der Alte Botanische Garten, das Schlossareal und die Lahnterrassen.

Ausnahmen sind nur möglich, wenn der Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann. Alkoholverbot und Maskenpflicht gilt zudem auf belebten Straßen und Plätzen in Stadtallendorf, auf Bahnhofs- und Marktstraße in Neustadt sowie rund um das Schloss Biedenkopf. Damit verschärft der Kreis Marburg-Biedenkopf die Coronaregeln aber weit weniger als der Nachbarkreis Gießen, in dem bei ähnlicher Inzidenz eine nächtliche Ausgangssperre gilt. Grund für die neue Allgemeinverfügung ist die weitere Verbreitung der hoch ansteckenden britischen Vari- ante, die inzwischen den allergrößten Teil der Neuinfektionen ausmacht. Die Inzidenz im Kreis Marburg-Biedenkopf liegt aktuell bei 127 Coronafällen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß hält derzeit eine erweiterte Maskenpflicht für die Fußgängerzone nicht für erforderlich. Gleichwohl warnt Heß: „Die Infektionszahlen steigen weiter an, Frankenberg hat aktuell die höchste Zahl von Corona-Positiven im Landkreis. Wir müssen uns konsequenter an die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen halten – auch wenn es schwerfällt.“ Die Infektionen seien derzeit nicht klar einzugrenzen, die Seniorenheime nicht mehr für hohe Zahlen verantwortlich. Ob beim Spazierengehen im Park, im Supermarkt oder im Privaten gelte: „Halten Sie Abstand, das schützt am besten!“

So lange die Geschäfte und die Gastronomie in der Illerstadt überwiegend geschlossen sind, seien in der Fußgängerzone zu keiner Zeit so viele Menschen unterwegs, dass man den Abstand nicht einhalten könne. „Allein mit Verboten kommen wir nicht weiter“, sagte Heß. „Wir müssen die Pandemie mit Vernunft besiegen. Niemand kann wollen, dass mit einem harten Lockdown wieder alles geschlossen wird.“  

Von Gesa Coordes und Thomas Hoffmeister

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