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Aufnahme-Stopp bei der Tafel in Frankenberg

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Von: Karl-Hermann Völker

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Ein freundliches, eingespieltes Team: Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel Frankenberg. Allerdings sah sich der gemeinnützige Tafel-Verein, der in der Region 750 Bedürftige versorgt, gezwungen, seine Anmelde- und Wartelisten vorerst zu schließen und keine neuen Kunden im Tafelladen Auestraße mehr aufzunehmen. Karl-Hermann Völker
Ein freundliches, eingespieltes Team: Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel Frankenberg. Allerdings sah sich der gemeinnützige Tafel-Verein, der in der Region 750 Bedürftige versorgt, gezwungen, seine Anmelde- und Wartelisten vorerst zu schließen und keine neuen Kunden im Tafelladen Auestraße mehr aufzunehmen. Karl-Hermann Völker © Karl-Hermann Völker (Archiv)

Die Tafel Frankenberg hat die Anmelde- und Wartelisten vorerst geschlossen und nimmt keine neuen Kunden im Tafelladen mehr auf.

Frankenberg – Mit einem zusätzlichen Öffnungstag mittwochs, weiteren Lebensmittelabholungen sowie ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern hat die Tafel Frankenberg auf die angespannte wirtschaftliche Situation reagiert (HNA berichtete).

„Immer mehr Menschen sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Steigende Lebensmittelpreise und die aktuellen Preisentwicklungen zum Beispiel bei Öl und Gas führen zu einer deutlich erhöhten Bedürftigkeit“, heißt es in einer Pressemitteilung des Tafel-Vereins. „Die Situation hat sich weiter verschärft, weil jetzt auch akuter Unterstützungsbedarf für viele Familien aus der Ukraine dazu gekommen ist.“

Deshalb sah sich der gemeinnützige Tafel-Verein, der in der Region 750 Bedürftige versorgt, gezwungen, seine Anmelde- und Wartelisten vorerst zu schließen und keine neuen Kunden im Tafelladen Auestraße mehr aufzunehmen. „Die letzten Wochen sind für die ehrenamtlichen Helfer der Tafel Frankenberg eine große Herausforderung“, so Vorstandsmitglied Werner Hoffmann. Mit dem zusätzlichen Öffnungstag und einer Optimierung der Lebensmittel-Abholung bei den Sponsoren sowie dem Einsatz neuer ehrenamtlichen Helfer habe man der Situation Rechnung getragen.

„Durch Öffnung am Mittwoch können wir etwa 100 Personen zusätzlich mit Lebensmitteln versorgen. Doch jetzt sind wir an unsere Grenzen gekommen und können keine weiteren neuen Kunden mehr aufnehmen, da sich innerhalb kürzester Zeit die Anmeldeliste wieder mit einer Anzahl von ca. 130 Personen gefüllt hat.“ Es wäre nach Ansicht des Tafel-Vereins unseriös, jetzt noch mehr Menschen eine Lebensmittel-Versorgung in Aussicht zu stellen, wenn dies für Wochen oder Monate nicht gewährleistet werden könne.

Nicht abzuschätzen ist, wie lange diese Situation noch anhält. Die Tafel Frankenberg beurteilt die Lage laufend neu und will so schnell wie möglich wieder in den Normalbetrieb umschalten. „Die vor uns liegende Sommerzeit wird den vielen Ehrenamtlichen alles abverlangen, um weiterhin zuverlässig für die bedürftigen Menschen da zu sein“, erklärt Werner Hoffmann. Nach wie vor seien zusätzliche Ehrenamtliche willkommen.

„Leider ist unsere schwierige Situation mit der vieler anderer Tafeln in Hessen vergleichbar“, bedauert Dekanin Petra Hegmann, Vorsitzende des Vereins Tafel Frankenberg. „Wir haben versucht, dem großen Bedarf mit unserem dritten Öffnungstag gegenzusteuern. Aber es ist uns derzeit nicht möglich, mit unseren Mitteln mehr zu leisten. Ich danke allen, die uns weiterhin dabei unterstützen.“

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