Augen für das Wesentliche öffnen

Pater Bonifatius Heidel trat Dienst in Frankenberg, Gemünden und Vöhl an

Abschiedsgeschenk aus der Pfarrgemeinde Wollomoos: „Gott behüte dich“, steht im Schweißband des eleganten schwarzen Filzhutes, den Pater Bonifatius Heidel aus seiner alten Wirkungsstätte in Bayern nach Frankenberg mitgebracht hat. Der Hut ist für ihn ein Symbol für gute Erinnerungen, viel Zukunftszuversicht und Gottvertrauen.
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Abschiedsgeschenk aus der Pfarrgemeinde Wollomoos: „Gott behüte dich“, steht im Schweißband des eleganten schwarzen Filzhutes, den Pater Bonifatius Heidel aus seiner alten Wirkungsstätte in Bayern nach Frankenberg mitgebracht hat. Der Hut ist für ihn ein Symbol für gute Erinnerungen, viel Zukunftszuversicht und Gottvertrauen.

Pater Bonifatius Heidel ist als Nachfolger von Norbert Rasim als katholischer Seelsorger in Frankenberg und Umgebung aktiv.

Frankenberg – Kurz nachdem sich Deutsch-Ordenspater Norbert Rasim nach zehnjähriger Dienstzeit im katholischen Pastoralverbund St. Georg/Lahn-Eder verabschiedet hatte (HNA berichtete), zog der neue Pater Bonifatius Heidel in das Pfarrhaus unterhalb der katholischen Kirche St. Mariae Himmelfahrt in Frankenberg ein.

Schon bei seinen ersten Messfeiern traf er auf Menschen, die er dort 2012 während einer kurzen Dienstzeit, damals noch als Diakon, kennengelernt hatte. „Ich bin in allen drei Pfarrgemeinden Frankenberg, Gemünden und Vöhl sehr gut aufgenommen worden“, berichtet der 38-Jährige, der nun als junger Pfarrer da „andocken“ möchte, wo sein Amtsvorgänger ihm aktives Gemeindeleben hinterlassen hat.

Rein äußerlich hat sich etwas verändert: Der neue Frankenberger Priester trägt auch außerhalb der Gottesdienste im Alltag eine knöchellange schwarze Soutane mit umgehängtem Ordenskreuz. Das wirkt auf den ersten Blick konservativ, aber im Gespräch mit ihrem Träger offenbart sich sehr schnell ein sympathisch-fröhlicher junger Mann, der im traditionellen Katholizismus seit seiner Jugend tief verwurzelt ist, aber weltoffen die ganze Spannbreite religiöser und gesellschaftlicher Vielfalt wahrnimmt und dabei auch gern einmal „unbequeme Sachen äußert“, wie er eingesteht. „Jesus hat auch vieles gesagt, woran Menschen Anstoß nahmen.“

Der Entschluss, seinen Wirkungsort Altomünster zu verlassen, fiel im vergangenen Jahr, als die Corona-Krise nicht nur sein Leben, sondern das Zusammenleben in Kirche und Welt plötzlich veränderte. Isolation wurde angeordnet, Gottesdienste waren plötzlich nicht mehr möglich. Pater Bonifatius erkrankte selbst an Covid-19, musste sich lange in seiner Wohnung aufhalten und spürte dabei selbst die Sehnsucht nach Sicherheit und Normalität, vor allem nach Gottesdiensten in Gegenwart der Gläubigen.

Den Satz von Kardinal Meißner hat Pater Bonifatius auch längst für sein eigenes Handeln als Priester übernommen: „Man soll jede Heilige Messe so feiern, als sei es die erste, die letzte und die einzige.“

Begleiter auf Samtpfoten: Aus Altomünster hat Pater Bonifatius zwei Katzen und einen Kater mitgebracht.

„Die Coronazeit hat offengelegt, dass heute Menschen sehr viele tief in ihrer Seele verankerte Sehnsüchte haben und spirituelle Erfahrungen suchen, auf die wir als christliche Kirchen eine gute Antwort geben könnten“, ist der Theologe überzeugt. Er stellt sich in Frankenberg deshalb die Frage: „Womit kann ich Menschen für Christus begeistern?“ und versteht seinen seelsorgerlichen Auftrag darin, sie dabei in ihrer Lebensgeschichte zu begleiten, „die Augen für das Wesentliche zu öffnen“.

„Ich freue mich auf meinen Dienst im Pastoralverbund St. Georg“, sagt Pater Bonifatius Heidel, „auf viele alte und neue Gesichter und auf die gemeinsame Zeit.“ Von Karl-Hermann Völker

Zur Person

Michael Heidel, späterer Ordensname: Pater Bonifatius, wurde 1983 in Gelsenkirchen geboren und machte 2002 an einem Gymnasium in Wattenscheid Abitur. Er ging ins dortige Priesterseminar, erlebte die Bibelschule in Assisi, studierte ab 2003 in Bochum und Wien Theologie und trat 2010 in den Deutschen Orden ein. Als Diakon lernte er 2012 im nordhessischen Wetter das Frankenberger Land kennen und unterrichtete kurzzeitig auch an der Edertalschule. Anschließend war er Kaplan in Koblenz. 2013 erhielt er in Weyarn die Priesterweihe. Seit September 2016 diente Pater Bonifatius als Seelsorger in der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum/Bayern sowie im Pfarrverband Altomünster, Sielenbach und Wollomoos, bevor er im Mai in den Pastoralverbund St. Georg/Lahn-Eder wechselte und dort die katholischen Pfarrgemeinden in Frankenberg, Gemünden und Vöhl betreut. 

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