Ausflug mit 112 Asylbewerbern an den Edersee

Nach dem Besuch im Tierpark ließen sich die Asylbewerber mitgebrachte Lammspieße und Hähnchenflügel schmecken. Das Fleisch hatten sie am Vorabend unter Anleitung des gelernten Metzgers Machmut (rechts) mariniert.

Frankenberg. Für 112 Asylbewerber wird der Ferientag am Edersee noch lange in Erinnerung bleiben - war es doch für die meisten von ihnen der erste Ausflug überhaupt.

Dementsprechend fröhliche Stimmung herrschte auch innerhalb der Gruppe, deren Teilnehmer zum größten Teil aus der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Kegelberg stammten. Mit von der Partie waren aber auch noch andere in Frankenberg untergebrachte Flüchtlinge sowie einige ehemalige Bewohner, die mittlerweile eine eigene Wohnung angemietet haben.

„Es gab eine riesige Resonanz auf die angebotene Fahrt an den Edersee“, sagte Günter Ahlborn, der das Wohnheim auf dem Kegelberg zusammen mit seiner Frau Anne betreibt. Den Ausflug hatte er zusammen mit einem Team ehrenamtlichen Helfern organisiert.

„Die Idee dazu kam von Busunternehmer Volker Küster“, betonte Ahlborn. Der Gemündener habe ihm angeboten, für eine Ausflugsfahrt mit den Asylbewerbern kostenlos einen Reisebus zur Verfügung zu stellen. Als es dann so viele geworden seien, habe er einen weiteren Bus gestellt. „Das war klasse“, lobte Ahlborn.

Volker Küster, der seinen einzigen freien Tag für den Ausflug opferte, wollte „die Sache gar nicht an die große Glocke“ gehängt haben: „Wir haben hier viele unterschiedliche Kulturen auf engen Raum. Da war das heute mal eine gute Gelegenheit, dass die Menschen auf lockere Art und Weise was zusammen unternehmen konnten“, sagte er zu seinen Beweggründen. Er habe außerdem Günter Ahlborn unterstützen wollen, der das Wohnheim „mit sehr viel Herzblut“ betreibe.

Begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement zeigte sich Asylbetreuerin Claudia Schäffer, die den Ausflug im Bus begleitete: „Das ist eine super Aktion. Einfach klasse“, sagte sie. Sie arbeite jetzt seit 25 Jahren beim Landkreis, aber so etwas Tolles habe sie noch nie erlebt.

„Das war wirklich ein gelungener Tag“, freute sich später auch das Ehepaar Ahlborn. Neben dem Abstecher nach Rehbach hatte die Gruppe auch den Tierpark, den Aquapark und Schloss Waldeck besucht. Abends hätten sich die Flüchtlinge herzlich bei ihnen bedankt. „Denen hat es sehr gut gefallen und sie haben uns alle auf die Schulter geklopft“, sagte Günter Ahlborn und hob das „disziplinierte Verhalten“ der Flüchtlinge hervor: „Die haben alles tiptop wieder aufgeräumt nach dem Grillen - da musste ich gar nichts sagen. Zur verabredeten Uhrzeit saßen alle in den Bussen.“

Dank an viele Spender 

Seinen Dank richtete Günter Ahlborn an das Team vom Frankenberger Restaurant Mediteran, das einen Kühlanhänger zur Verfügung stellte und an den Edeka-Markt Schwebel, der mehrere Kisten Obst spendierte.

Die Bottendorfer Landfrauen und die Sängerinnen von Pro Musica hatten noch Kuchen gebacken. (bs)

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