Frankenberger „Bildhauer der Reformation“

Ausstellungskatalog über Philipp Soldan erschienen

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Jeder Balkenkopf ein Kunstwerk: Werner Vöhl vom Frankenberger Kunstverein hat sämtliche Werke, die von Philipp Soldan im Museum im Kloster Frankenberg ausgestellt werden, für den Ausstellungskatalog fotografiert. Darüber hinaus enthält das Buch viele wichtige Arbeiten des Künstlers aus Nordhessen.

Frankenberg. Zur Frankenberger Ausstellung über den Bildhauer Soldan ist jetzt auch ein Katalog erschienen.

Die große Werkschau „Philipp Soldan, Bildhauer der Reformation“, die am vergangenen Wochenende in Frankenberg als Beitrag zum Jubiläumsjahr der Reformation eröffnet worden ist, hat bereits jetzt hessenweit große Beachtung gefunden.

Sie ist an den drei historischen Stätten Rathaus, Haus an Geismarer Tor und Museum im Kloster Frankenberg noch bis zum 31. Oktober zu sehen und zeigt Werke des Frankenberger „Meisters Lipsen“, die in dieser Form und medialen Aufbereitung bisher noch nie gemeinsam ausgestellt worden sind. Was wird aber danach bleiben?

Nach der Wiederentdeckung des Frankenberger Renaissance-Künstlers und Meister des künstlerischen Eisengusses durch Forscher wie Ludwig Bickell und Albrecht Kippenberger Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es um Philipp Soldan, von vereinzelten Forschungsaufsätzen abgesehen, recht still geworden. 

Neue Impulse gab es im Vorfeld des Frankenberger Soldan-Projektes durch eine große Ausstellung „Die Bibel in Eisen“ im Marburger Landgrafenschloss 2015 sowie durch eine Reihe von umfangreichen Einzelanalysen, die Helmut Burger (Biedenkopf) zu biblischen Motiven auf den im Frankenberger Kreis-Heimatmuseum ausgestellten Soldan-Ofenplatten vorgelegt hat.

Im Kloster Georgenberg öffneten zudem Heiner Wittekindt und Hans Papenfuß immer wieder einem breiten Publikum den Blick auf die 30 von Soldan fantasievoll-lebendig geschnitzten Balkenköpfe aus der Liebfrauenkirche von 1529.

Nun ist aber zur Ausstellung ein Buch erschienen, das in großem Format und ausgezeichneter Druckqualität die wichtigsten erhaltenen Arbeiten des Künstlers Philipp Soldan in Holz, Eisen und Stein enthält.

Erstmals sind alle Soldan-Exponate aus dem Museum im Kloster in bestechender Qualität von Lichtbildmeister Werner Vöhl, Mitglied des Frankenberger Kunstvereins, fotografiert worden und damit allen Kunstinteressierten in einer Nähe und Detailtreue zugänglich, wie sie beim Gang durch das Museum so kaum möglich wären. Dass diese Form der vollständigen bildlichen „Inventarisierung“ und Aufwertung von Schätzen aus dem Fundus des Kreis-Heimatmuseums stattgefunden hat, ist allein schon etwas, was mit dieser Präsentation in Buchform das Reformationsjahr 2017 nachhaltig überdauern wird.

Herausgeber des 144-seitigen Bildbandes sind Kirsten Hauer, Christiane Kohl, Birgit Kümmel, Friedhelm Krause und Heiner Wittekindt als Kuratorenteam der Soldan-Ausstellung. Sie stellen bewusst die Bilder aus allen Arbeitsbereichen des Künstlers Soldan ganz in den Vordergrund, geben in kurzen Texten aber auch Einführungen in „Philip Soldans Kosmos an der Eder“ mit einer Lateinschule als „Hochburg humanistischer Gelehrsamkeit“ und beschreiben berühmte Zeitgenossen. Dieser prachtvolle Bildband ist ein wertvolles Geschenk zum Jubiläumsjahr.

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